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Anis Hamadeh - Kolumne
Ursache und Wirkung
Besonders Lesenswert

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Free Gaza - Free Palestina

 

B'tselem-Bericht zu Gaza:
"Ein großes Gefängnis"

Israel hat den Gaza-Streifen derart vom Rest der Welt abgeschnitten, dass es für Palästinenser leichter ist, Verwandte im Gefängnis zu besuchen als im Gaza-Streifen. Zu diesem Ergebnis kommt ein einhundert Seiten starker Bericht der israelischen Menschenrechtsorganisation B'tselem. Der Bericht unter dem Titel "Ein großes Gefängnis" wurde am heutigen Dienstag vorgestellt. Die Strangulation des Gaza-Streifens werde auch nach der "Loslösung" weitergehen, so die Warnung des Berichts. Obwohl Erleichterungen in Bezug auf die Bewegungsfreiheit von den Israelis in Sharm el-Sheikh versprochen worden seien, sei davon bei den Palästinensern im Gaza-Streifen nichts zu spüren.
Als Ergebnis der wirtschaftlichen Belagerung lebten 77 % der Einwohner unter der Armutsgrenze, eine fast doppelt so hohe Zahl wie vor der Intifada. Ca. 23 % der Menschen leben, trotz internationaler Hilfen in "tiefer Armut".
Familien und in einigen Fällen auch Eheleute seien getrennt worden (durch Deportation in den Gaza-Streifen während Ehepartner oder Familienangehörige in der Westbank bleiben mussten).
Über ganze Gruppen würden Beschränkungen verhängt, Prüfungen, ob eine Maßnahme gegen ein Individuum - zum Beispiel aus Sicherheitsgründen - berechtigt ist, finden in der Regel nicht statt. Die meisten der Beschränkungen, denen die palästinensische Bevölkerung im Gaza-Streifen unterworfen ist, sind willkürlich und nach internationalem und israelischem Recht illegal. In einer Presseerklärung, die B'tselem zu dem Bericht herausgab, heißt es wörtlich: "Die Strangulierung des Gaza-Streifens hat sich nach palästinensischen Angriffen auf Zivilisten in Israel und den besetzten Gebieten in den vergangenen Jahren verschärft. Zivilisten anzugreifen ist ein 'Kriegsverbrechen' und nie zu rechtfertigen. Israel sollte, ja es ist sogar verpflichtet, seine Bürger zu schützen. Israels Recht auf Selbstverteidigung erlaubt aber nicht, die Rechte einer ganzen Bevölkerung mit Füßen zu treten. Israel hat erklärt, dass 'die Vollendung der Loslösung die Verantwortung Israels für die Palästinenser im Gaza-Streifen beendet'." Die Autoren des Berichts betonen, dass "das Leiden, das im Bericht beschrieben wird, wahrscheinlich nach der Loslösung nicht zu Ende sein wird, ja dass sich die Lage möglicherweise noch verschlechtern werde. Dafür wird Israel auch weiter dem Gesetz nach Verantwortung tragen." Quelle

Ist es Apartheid?
 Moshe Machover, NfW*

 In den letzten Monaten gab es unter Opponenten der israelischen Unterdrückung und den Verteidigern der palästinensischen Rechte eine wachsende Tendenz, die israelische Politik gegenüber Palästinensern als „Apartheid“ zu bezeichnen.

Die „Trennungsmauer“, die Israel auf palästinensischem Land baut, wird oft als „Apartheidmauer“ verurteilt. Eine internationale Konferenz über Palästina am 5.12.04 in der Schule für orientalische und afrikanische Studien in London wurde von seinen Organisatoren betitelt: „Widerstand gegen die israelische Apartheid: Strategien und Prinzipien“

Ich möchte vor einer gedankenlosen Verwendung dieser irreführenden Analogie zwischen israelischer Politik und dem nicht mehr ehemaligen Apartheidregime Südafrika warnen. Es ist theoretisch falsch und politisch schädlich.

Natürlich haben die beiden viele Charakterzüge gemeinsam. Beide sind bösartig rassistisch; beide errichten  ein ( spürbares) Maß an Trennung zwischen  beiden ethnischen Gruppen. Und das ist kein Zufall : beide sind Beispiele  für einen kolonialen Siedlerstaat.  ... mehr >>>

 

Ostergruß von Faten Mukarker

 

Liebe Freunde in der Ferne

 

Will Scharon wirklich Frieden oder  glaubt nicht alles in den Medien

 

Alle arabischen Länder haben in Tunesien

bei dem Gipfeltreffen

Israel einen Frieden angeboten.

Das heisst Normalisierung der Beziehungen und politische Anerkennung.

Der Preis dafür ist, Ruckzug auf die Grenzen von 1967 und Abbau der Siedlungen.

 

Diese historische Geste wurde von Scharon

mit dem Bau von 3500 Neubauten in der Siedlung Male Adumim beantwortet.

Der Mauerbau geht auch immer weiter.

Immer mehr Land wird geteilt und zerteilt.

Der Haupteingang von Bethlehem besteht nur noch aus einer Öffnung, die die Breite der Strasse ausmacht.

Sonst ist links und rechts eine acht Meter hohe Mauer.

Die Medien in Deutschland berichten viel Positives über den sogenannten Friedensprozess.

Doch die Realität sieht anders aus.

 

Ich  möchte aber die Hoffnung auf einen Frieden behalten.

Mit dieser Hoffnung sende ich meinen Ostergruss an euch.
 

Salam Faten Mukarker

 

Ein Aufruf , die Besatzung zu beenden
Shamai Leibowitz

 Die Ermordung des früheren libanesischen Ministerpräsidenten Rafik Hariri hat zu einer Explosion der „Volksmacht“ auf den Straßen Beiruts geführt, auf denen Hunderttausende von libanesischen Bürgern für ein Ende von Syriens Besatzung ihres Landes aufriefen. Diese Rufe fanden ihr Echo in anderen Hauptstädten und wurden dort gefeiert, ganz besonders in Washington. Es gibt im Nahen Osten jedoch noch ein anderes Gebiet, in dem ein Kampf um das Ende einer Besatzungsmacht  stattfindet, die der einheimischen Bevölkerung nur Tod und Zerstörung gebracht hat. Seit Jahrzehnten hat Israel die 3,5 Millionen Palästinenser unter militärischer Herrschaft zermalmt ( crushed), sie zur Unterwerfung gezwungen, während sie ihnen .....  Der ganze Artikel >>>
(dt. Ellen Rohlfs)
 

Muttertag in Palästina am 21.03.2005

 

Das palästinensische Büro für Statistische Erhebungen (PCBS) berichtet, dass die israelische Besatzungsmacht von September 2000 bis 8. März 2005 3.861 Palästinenser getötet habe. Das bedeutet, dass 3.861 palästinensische Mütter ihren Muttertag in Trauer verbrachten.

 

Palästinensische Mütter begingen den 21. März in Verzweiflung, da laut oben genanntem Bericht weitere 54.459 Palästinenser verletzt worden sind. Zählt man noch über 7.500 palästinensische politische Gefangene hinzu, wird offenbar, wie viele Mütter tief traurig sind.

 

Tausende palästinensischer Mütter verbrachten den Montag damit, Friedhöfe zu besuchen, Blumen auf die Gräber zu legen und Gott darum zu bitten, ihr Leben zu erleichtern.

 

66 Frauen waren die letzten Jahre dazu gezwungen, an israelischen Checkpoints zu gebären, was zu 38 Todgeburten führte, weil sie die Krankenhäuser nicht mehr rechtzeitig erreichen konnten. Durch das Einatmen von Tränengas leiden 21 % der werdenden Mütter während ihrer Schwangerschaft an Blutarmut. Der PCBS-Bericht registrierte auch 128 palästinensische Frauen, die in israelischen Gefängnissen inhaftiert sind und Kinder haben, die zu Hause auf sie warten.
 

Wisam Afifeh, Gazastadt

Aus Palestine News Network


Übersetzung: Gabriele Al Dahouk

Den Holocaust instrumentalisieren, um Kritik abzuwehren
Amira Hass, Haaretz, 16.3.05

Die Menge der Weltführer, die das neue Holocaust Museum in Yad Vashem besuchten, bestätigen die starke Position Israels im Westen.

Israel wird  in den Heimatländern dieser Führer oft  kritisiert, aber viele Israelis und Juden wollen – wie üblich – solche Kritik dem Antisemitismus zuordnen. Palästinenser und Leute vom linken Flügel, einschließlich Juden, werden entdecken, dass das Wissen über die israelische Besatzung in diesen Ländern  dürftig  und das Interesse der Öffentlichkeit dafür schwach ist.

Die Pilgerreise  von so vielen europäischen Führern nach Jerusalem zeigt, dass sie durch Kritik an Israel nicht abgeschreckt wurden – sie nahmen an einem Medienspektakel teil, was man nur als Unterstützung für Israel, so wie es heute ist, interpretieren kann.

Bestenfalls kann der Besuch als Ermutigung für beide Seite angesehen werden, am „erneuerten Friedensprozess“ festzuhalten. Aber Ermutigung für was? Für die Treffen zwischen Muhammad Dahlan und Nasser Yousef mit Shaul Mofaz? Für die Trennungsmauer, deren Weiterbau mit  viel Energie voranschreitet - im Widerspruch zum Beschluss des Internationalen Gerichtshofes (ICJ) in Den Haag? Für die gönnerhaften israelischen „Gesten“ – 200 weitere Passierscheine für Kaufleute, eine offene Straße für private palästinensische Autos, nicht nur für öffentliche Fahrzeuge? Oder für das fortgesetzte Abwürgen des palästinensischen Ost-Jerusalems und seine Abtrennung vom Rest des palästinensischen Gebietes – bei Verletzung der internationalen Forderung, dass ..... mehr >>>

Tanya Reinhart

Die bittere Realität

 

Prof. Tanya Reinhart, die israelische Friedensaktivistin, schrieb, wenn der Gipfel von Scharm el-Sheikh in den westlichen Medien als der "Beginn einer neuen Ära" begrüßt, werde, so sei dies "der Höhepunkt einer Welle des Optimismus, die seit dem Tode Arafats erzeugt wurde. In den letzten vier Jahren wählte die israelische Führung Arafat als das Haupthindernis für den Frieden aus. Indem sie die israelische Sicht übernimmt, glaubt die Medienwelt, daß sein Verschwinden eine Erneuerung des Friedensprozesses ermöglicht. Dies wird in der Medienwelt mit dem Glauben gekoppelt, daß Israel endlich von einem Mann des Friedens geführt wird. Scharon, der in der Vergangenheit einige Probleme gehabt haben mag, so lautete die Geschichte, hat seine Haut gewechselt und führt nun die Israelis zu schmerzhaften Zugeständnissen. Wenn man nach der optimistischen Sprache der Medien urteilt, existiert die neue Ära nicht nur auf der Ebene erklärter Pläne. Das Lob für Scharon, das Gefühl großen Fortschritts könnten einen fast glauben lassen, daß sich Dinge im Grunde bereits geändert haben - einige Siedlungen geräumt, die Besatzung fast vorüber, Ende der israelische Gewalt. Die palästinensischen Wahlen, zusammen mit den irakischen Wahlen, die ebenfalls im Januar stattfanden, wurden als ein großer Sieg der Demokratie bejubelt, ohne kaum eine Erwähnung der Tatsache, daß an beiden Orten dies Wahlen unter Besatzung waren. Im CNN-Report vom palästinensischen Wahltag sprach der enthusiastische Reporter über die künftigen Beziehungen zwischen den beiden 'Staaten' (Israel und Palästina), als ob der Palästina-Staat bereits auf befreitem Land gegründet ist. Aber die bittere Realität ist, daß sich nichts geändert hat. Die neuen 'Friedenspläne' sind nicht realer als die vorigen, und tatsächlich verlieren die Palästinenser mehr von ihrem Land und werden in kleiner und noch kleiner Gefängnisenklaven geschubst, umgeben von der neuen Mauer, deren Bau die Scharon-Regierung fortsetzt. Am Tage des Scharm-el-Scheich-Gipfels gaben israelische Quellen bekannt, daß selbst die illegalen Vorpostensiedlungen, die zu räumen sich Israel vor langer Zeit verpflichtet hatte, 'nach der Durchführung des Disengagement vom Gazastreifen nicht geräumt werden." Tanya Reinhart erinnerte an den April 2003: "Das waren die Tage eines anderen vielversprechenden 'Friedensplans' - der Roadmap. Genau wie heute wurde die neue Ära gefeiert, im Juni 2003, beim Gipfel in Aqaba mit Bush, Scharon und Abbas. Wenn wir wissen wollen, was Abbas erwartet, wäre es nützlich, im Detail zu untersuchen, was in jener vorigen Runde geschehen ist. Die Roadmap-Story enthält alle Elemente der israelischen Politik der letzten vier Jahre und dessen, was Israel weiterhin tun wird, wenn es von der internationalen Gemeinschaft nicht gestört wird".

 

(The Electronic Intifada am 11. Februar)

http://www.tau.ac.il/~reinhart/politica

 

Liebe Freunde in der Ferne

 

"Inschalah"  oder wann werden sich unsere Lebensbedingungen endlich  ändern?

 

Das  Zeitgefühl  in der arabischen Welt ist ein anderes als in der westlichen Welt.

So höre ich es immer wieder.

Doch die Zeiten haben sich geändert.

Mein Mann ist in seiner Kindheit in Palästina ohne Medien aufgewachsen.

Wenn er seine Mutter fragte : " Wann werden wir endlich in Freiheit leben, ohne Unterdrückung und Besatzung." Dann pflegte sie ihm zu antworten:" Inschalah wird dieser  Tag bald kommen."

Doch die junge Generation heute in Palästina will sich mit dieser Inschalah Mentalitaet nicht  mehr arrangieren.

In Zeiten von Internet und Satelitenfernsehen weiß die Jugend in Palästina, dass Freiheit und Unabhängigkeit ein Recht fuer viele Menschen auf dieser Erde ist.

Sie wollen JETZT  leben.

In Freiheit und Wuerde und ohne Mauer.

 

Salam Faten Mukarker - 13.03.05


Jede hebräische Mutter sollte dies wissen

 Es geschieht sogar in einem Offizierskurs. Die Elitejungs, die einmal die zukünftige Generation der IDF kommandieren sollen. Mitglieder  von „Das Schweigen brechen“  stellten Zeugnisse von Kampfsoldaten zusammen, die in einem Offizierskurs über den Lauf der letzten vier Jahre, seitdem die Intifada begann, dienten. Ein besonders schmerzlicher Bericht illustriert die Situation mehr als  andere: ...... mehr >>>
 

Gewaltfreier Widerstand begegnet brutalen Schlägen seitens israelischer „Sicherheit“

 

Israels Brutalität gegenüber gewaltfreien Demonstranten - insbesondere das Schlagen von vier Buben aus Beit Surik (alle im Alter unter 17 Jahren – der Jüngste nur 12 Jahre alt), die an der gewaltfreien Bewegung teilnahmen - nimmt zu.

 

Die Buben saßen auf dem Hügel und beobachteten unter ihnen die Zerstörung des Ackerlandes ihres Dorfes, wo die israelischen Bautrupps die Mauer bauten. Sie waren nicht aggressiv gegen die Bautruppe noch gegen das israelische Militär und warfen auch keine Steine, wie behauptet wurde.

 

Sie wurden festgenommen durch als Zivilisten verkleidete, verdeckte Polizei, die unter den Dorfbewohnern aufgrund ihrer nicht vertrauten Gesichter Argwohn erregt hatten, von denen sie jedoch annahmen, dass sie gekommen waren, um anscheinend diese Demonstration zu unterstützen. Insbesondere wird dies zur Folge haben, dass die israelische Teilnahme an solchen Aktionen beschränkt werden wird, falls die Dorfbewohner nicht unterscheiden können zwischen denen, die kommen, um friedliche Demonstrationen zu unterstützen, und jenen, die dabei sind, um Demonstranten festzunehmen, mit Pistolen in die Menge zu schießen und als Provokateure aufzutreten.

 

Gemäß Augenzeugen und Aussagen des jüdischen Anwalts der Buben haben die festnehmenden und verhörenden Polizisten die Buben während ihrer Haft schwer geschlagen und sie mit dem Tode bedroht, falls sie nicht die in hebräischer Sprache abgefassten Erklärungen, die sie nicht lesen konnten, unterschreiben wollten. Solche Erklärungen werden routinemäßig in Militärgerichten vorgelegt. Die Buben werden heute vor Gericht gestellt.

 

Die israelische Nachbarstadt Mevasseret Zion unterstützt den Protest von Beit Surik gegen den Mauerverlauf 100 %ig und beteiligte sich an einer Klage, welche die Verlegung der Mauer auf die Grüne Linie vorsieht. Viele der Einwohner von Mevasseret Zion nehmen gemeinsam mit ihren palästinensischen Nachbarn an den friedlichen Protesten teil.

 

Der Bürgermeister von Beit Surik wurde bei der letzten Demonstration festgenommen und fälschlicherweise beschuldigt, einen Polizeibeamten angegriffen zu haben. Gemeinderäte von Mevasseret Zion, die mit dem Bürgermeister gut befreundet sind, haben Zeugenaussagen vorgelegt, um die Wahrscheinlichkeit eines solchen Vorfalls zu widerlegen. Im Zeitraum seiner Verhaftung hatte der Bürgermeister mit den Soldaten verhandelt, um den Mauerbau aufzuhalten und die Entscheidung des Gerichts zu überprüfen. Er ging freiwillig mit den Beamten mit, die ihn später verhafteten, und nahm an, dass sie ihn deshalb mitnähmen, um mit der Bauleitung Gespräche zu führen. Er war überrascht, als er sich auf einmal in Haft befand.

 

Israels Aktionen haben eine abschreckende Wirkung auf jeglichen gewaltfreien palästinensischen Widerstand. Die Botschaft Israels, die es mit Hilfe seiner verdeckten Sondereinheiten schickt, nämlich die Verhaftung friedlicher Demonstranten, das Schlagen von Kindern, das Missachten der eigenen Gerichtsentscheidungen, ist, dass es aussichtslos sei, sich zu widersetzen – sogar in einer gewaltfreien Art und Weise. Wenn der Preis, der für einen gewaltfreien Widerstand bezahlt wird, so hoch wie jener für einen bewaffneten Kampf ist, wie können die Anführer solcher Bewegungen gegenüber der Bevölkerung, die diesen Preis für ihre Entscheidung pro Gewaltfreiheit bezahlt, glaubhaft erscheinen? Es wäre verständlich, falls einige daraus schlössen, dass der bewaffnete – wenn auch ineffektive – Kampf zumindest einen Preis vom Gegner einfordern und für die Verteidiger ihrer Rechte das Gefühl, in der Opferrolle zu sein, umkehren würde.

 

Ist dies die Absicht Israels?

Übersetzung:
Gabriele Al Dahouk

 PNN (Palestine News Network) vom 07.03.2005 www.palestinenet.org/english/archive

 

Am Morgen des 18.Januar 2005 überfielen Sicherheitskräfte, die von Inspektoren des Innenministeriums  und der Jerusalemer  Stadtverwaltung begleitet wurden, das Dorf Wallajeh, erklärten es zum militärischen Gebiet und begannen mit einer Kampagne der Schikane und Zerstörung. Nach vier Stunden Verwüstung verschwanden sie wieder und hinterließen fünf zerstörte Häuser und sieben zerstörte Hühner- und Viehställe.

Für die Bewohner von Wallajeh war der Überfall nichts Neues. Die militärische Aktivität, die dem Überfall vorausgegangen war, ließ sie vermuten, dass die Bulldozer bald wieder kommen würden, um mit einer neuen Zerstörungswelle weiterzumachen.

Die Bewohner von Wallajeh, einem ländlichen Ort genau zwischen Beit Jala und Jerusalem, sind solch leidvolles Tun gewöhnt.....  mehr >>>

Palästinensische Flüchtlinge - eine vergessene Gruppe im Nahen Osten
mit Stefan Maier
Nahostkoordinator der Caritas Österreich und Leiter Auslandshilfe der Caritas Salzburg

Seit der Vertreibung der Palästinenser im Jahre 1948 lebt der Grossteil der Flüchtlinge in Lagern in den Nachbarstaaten. Wie werden die palästinensischen Flüchtlinge im Nahen Osten von ihren Nachbarn (den Bewohnern der Gastländer, in diesem Vortrag mit Fokus auf den Libanon) aufgenommen und wahrgenommen? Wie sind ihre Rechte als Flüchtlinge? Wie ist die humanitäre Situation in den Lagern? Welche Initiativen gibt es zur Verbesserung der Situation?

Donnerstag, den 10. März 2005, 19.30h

Haus der Begegnung,
Merianstr. 1, Heidelberg-Altstadt (neben dem Universitätsplatz)

mehr dazu

Bitte unterschreiben Sie/ unterschreibt hier, damit die Friedensaktivistin Tali Fahima, eine isr. Jüdin, die wegen Kontakten zu Palästinensern zu unrecht seit Monaten in Einzelhaft sitzt, wieder aus dem Gefängnis entlassen wird.

Weitere Informationen >>>>

 

ZUM TODE WISCHNEWSKIS
1922 - 2005

Hans-Jürgen Wischnewski

"The work is done"

Als legendärer Troubleshooter erlangte "Ben Wisch" Weltruhm. Sein Meisterstück lieferte er in den siebziger Jahren bei der Befreiung der gekaperten Lufthansa-Maschine "Landshut" ab. Heute ist der SPD-Politiker Hans-Jürgen Wischnewksi im Alter von 82 Jahren in Köln gestorben. Von Lisa Erdmann mehr...

Zum Abschied von Hans-Jürgen Wischnewski
Abdallah Frangi - Generaldelegierter Palästinas in Deutschland

Abschied- Schröder würdigt Wischnewski als großen Staatsmann

Trauer: SPD-Politiker Wischnewski gestorbenVideo zeigen...

DANKESBRIEF AN WISCHNEWSKI
"Er hat uns rausgehauen"

Stuttgarter Zeitung online - Hans-Jürgen Wischnewski gestorben


Briefmarken die Arafat zum fünfundsiebzigsten Geburtstags von H. J. Wischnewski drucken ließ.

 

Die Nachbarn auf der anderen Straßenseite
von Gideon Levy

Auf der einen Seite private Villen – auf der anderen Blechhütten. Sichere Straßen auf der einen Seite – auf der anderen Absperrung. Auf der einen Seite internationale Beachtung – auf der anderen völlige Nichtbeachtung: von den 8500 Palästinensern hat noch niemand gehört.

Es gibt Ober-Gush-Kativ, dessen Einwohner sich frei in ihrem Gebiet bewegen können, umgeben von unglaublicher Sicherheit und die im Mittelpunkt weltweiter Aufmerksamkeit stehen. Einige der Bewohner leben in freundlichen Häusern mit viel Platz; sie gehen zu Veranstaltungen ins Gemeindezentrum, werden zu den Schulen und anderen Freizeitaktivitäten gefahren: alle erfreuen sich vollkommener Bewegungsfreiheit und den meisten gehr es sehr gut. Sie leben noch nicht lange in diesem Gebiet. Nun sind sie die Opfer, die großzügig kompensiert werden, die mit Mitleid und Sensibilität behandelt werden.

Und dann gibt es „Unter-Gush-Kativ" dessen Einwohner ein Spiegelbild der anderen sind. Alles, was die Bewohner von Ober-Gush-Kativ haben, haben die von Unter-Gush-Kativ nicht, obwohl sie ein viel älteres Anrecht auf dieses schöne und fruchtbare Stück Land an der Küste Gazas zwischen .... mehr >>>

In dieser Woche geschehen:

Israelischer Soldat wird befördert, nachdem er 20mal auf ein 13jähriges Mädchen geschossen hat.

Palestine News Network

 

Nach einer kurzen Bewährungsfrist setzte die israelische Besatzungsmacht den Soldat, der im November auf die 13jährige Iman Alhams in Rafah geschossen und sie getötet hatte, mit einer Beförderung wieder ein.

 

Das Mädchen war auf dem Weg von ihrer Wohnung in der Nähe von Tel Al Sultan zu ihrer Grundschule als der israelische Soldat 20mal auf sie schoss, darunter fünfmal in ihren Kopf. Einige Augenzeugen bestätigten damals diesen Vorfall, den auch ein israelischer Soldat bezeugte, der jedoch später von seiner Aussage abrückte. Übersetzung, Gabriele Al Dahouk

Komm bete mit uns und dann erzähl uns.....!"Wie man Kollaborateure macht*
von Amira Hass

 „Sechs Tage lang war ich in einem Hotel – im Beer-Sheva-Gefängnishotel. Jeden Tag konnte ich duschen, hatte gutes Essen, Snacks, Fernsehen, Obst, normale Kleidung", erzählte D. ein junger Palästinenser aus Ramallah. Er war 40 Tage lang verhaftet und verhört worden, ab Mitte November, nachdem er 6 Tage im Beer Shefa-Gefängnis war. Erst an seinem letzten Tag dort, bevor er ins Askalon-Gefängnis verlegt wurde, wurde ihm klar, dass das „Hotel", in dem er zunächst gehalten wurde, nicht zum regulären Flügel des Gefängnisses gehört, sondern vielmehr für die „Asafir" , nach palästinensischem Slang „Vögel" gedacht ist, die die Aufgabe hatten, Gefangene .... mehr >>>>

Das Blut von Iman al-Hamas
von Amira Hass

Und das Blut von Iman al-Hamas – an wessen Händen klebt es? Mit oder ohne „bestätigtes Töten“, töteten die Soldaten am Giritposten in Rafah in R’s Einheit - mit ihm oder ohne ihn -das 13 jährige Mädchen, das am 15. Oktober 2004 mit der Schultasche am hellerlichten Tage dort vorbeiging.

Sie versuchte nicht, sich mitten in der Nacht heimlich durchzuschleichen, um Arbeit in Israel zu finden. Irgendwer bei den IDF gab Befehle aus, die Soldaten erlauben, auf Palästinenser zu schießen, die sich mitten auf einem, (oft auf ihrem) Feld in der Nähe eines Militärpostens oder einer Siedlung, die auf diesem Feld gebaut wurde, befinden. Auf jeden Fall gab jemand an diesem Tag den Befehl, das Mädchen zu erschießen. Jemand führte den Befehl aus. Ob mit oder ohne Meineid - das Mädchen wird dadurch nicht mehr lebendig. Wie ist es möglich, dass Soldaten einer Armee, die stolz auf ihre Nachtsichtgeräte und auf ihre gute Scharfschützenausrüstung sind – nicht sehen können, dass es sich hier um ein kleines Mädchen gehandelt hat? Imans Name wurde wegen der Meineide der Soldaten bekannt. Über ihren sinnlosen Tod wurde in den israelischen Medien berichtet, die sehr selten über tote Palästinenser berichten. Es gibt eine lange Liste von palästinensischen Zivilisten, deren Blut nicht in einer .....  mehr >>>

Liebe Freunde in der Ferne
Palästina, den 8. Feb. 2005


Ein Aufruf an die Friedfertigen oder ein Tag der Hoffnung

Der Graben zwischen uns ist tief
 - doch wir Können springen.

Die Trauer über die Toten ist groß
- doch wir können vergeben.

Die Häuser sind zerstört
 - doch wir können wieder aufbauen.

Die Olivenbäume sind ausgerissen
 - doch wir können neue pflanzen.

Das Leid ist groß
 - doch wir können verzeihen.

Die Wunden hinterlassen Narben
 - doch wir können vergessen.

Die Gegenwart ist dunkel
 - doch wir können träumen.

Die Seelen beider Völker sind verletzt
 - lasst uns sie gemeinsam heilen.

FRIEDEN bedeutet LEBEN
 – lasst uns um ihn kämpfen!!!

Salam Faten Mukarker

Dunum um Dunum*
 
Uri Avnery, 5.2.05

Was würde man wohl sagen, wenn eine amerikanische Institution, die ein Siebtel des ganzen Landes verwaltet, Richtlinien akzeptieren würde, die es ihr erlauben, Land nur an weiße, angelsächsisch-stämmige Protestanten zu verkaufen oder zu verpachten?
Wir würden dies sicher nicht glauben. Und eigentlich sollte  so etwas  auch  nicht möglich sein
Doch eine  derartige Situation besteht  in Israel. Sie verursacht gerade eine stürmische öffentliche Debatte...... mehr >>>

 

Israel wie Südafrika behandeln!
- Ilan Pappe

Es  ist falsch, die Haltung der israelischen Regierung als "Abweichung", als  einen dramatischen Umschwung in der Politik Israels anzusehen. Die von  Premierminister Ariel Sharon geführte Regierung verkörpert die israelische  Politik eher als dass sie davon abweicht.  Sharon hat auch etwas gelernt, was er in seiner ersten Regierung nicht  verstand - wenn man Worte anwendet wie Rückzug, Palästinenserstaat und  "Friede", kann man seinen eigenen Mittelweg vorgeben - Teile des  Westjordanlandes in einer Weise an Israel annektieren, dass es nicht  fanatisch oder extrem ausschaut, sondern es der einzige Weg zum Frieden ist.    Und daher unterstützen die UNO und natürlich die USA und die EU Sharons  "Friedensplan".

Und der Friedensplan von Sharon ist sehr klar - er war  darüber sehr ehrlich - er will die Siedlungen in Gaza nicht, er will nur die  Hälfte des Westjordanlandes.  Die Arbeiterpartei hat ihre Begründung gefunden, ,  ... mehr >>>

Der Landraub geht weiter.

Laut eines Beschlusses der israelischen Regierung vom 8.7.04 wird Land das durch den Mauerbau für die Bauern nicht mehr erreichbar ist enteignet.
Die Zuständigkeit der Treuhandschaft für das Eigentum von Abwesenden wird nun auch auf Ost-Jerusalem ausgedehnt werden.

Man beruft sich, wie schon wiederholt, auf die Reglung vom März 1950 die es "erlaubt" das Eigentum von "Abwesenden" zu enteignen, es "fällt an Israel". Für viele Bauern sind so ihre Olivenhaine nicht nur unerreichbar, ihr Land wird ihnen entgegen aller internationalen Regeln gestohlen.

Dies, obwohl in Bezug auf Jerusalem schon 1968 dieser Beschluss außer Kraft gesetzt wurde.
Teile der isr. Öffentlichkeit protestieren dagegen, das die israelische Generalstaatsanwaltschaft  angeblich diese Regierungsentscheidung mitträgt. Sie ist nie offiziell im Amtsblatt veröffentlicht wurde aber auch von einem Regierungssprecher als rechtskonform bezeichnet. Haaretz spricht in einem Kommentar von Diebstahl.

Lese auch:

Palästinensischer Besitz: Israels Generalstaatsanwalt hält Enteignungen für illegal

Israel beschlagnahmt Land in Ost-Jerusalem im großen Stil

Brief aus Israel 28.01.28
 

 Aber es gibt auch etwas selten Positives zu lesen: ein Bericht über einen "Hand in Hand" zweisprachigen Kindergarten, in dem das Kind von Freunden in einem Jahr gelernt hat, Arabisch zu verstehen, in der Sprache zu singen und zählen und immer mehr zu sprechen. Die kleine Noah hat jüdische und arabische Freunde, hat jüdische und arabische Familien besucht und jüdische, arabische und christliche Feiertage mitgefeiert. Der anfangs skeptisch Vater sagte nach seinem ersten Besuch, "innerhalb einer halben Stunde im Kindergarten war ich überzeugt, ---- mehr >>>
 


.....Wie oft sind Sie auf der Straße 443 gefahren und haben sich nach links und rechts umgeschaut? Wie oft haben sie diese Schnellstraße von Maccabim-Reut nach Jerusalem benutzt und über den Zehntausenden von Einwohnern nach gedacht, die ihretwegen gefangen sind. Wie oft sind Ihnen die 12 blockierten Straßen aufgefallen, die in sie einmünden, wie oft haben sie den Bewohnern der 22 umliegenden Dörfern Aufmerksamkeit geschenkt, die durch die steinigen Berge zu Fuß gehen. ..... . mehr >>>

 

Wer hat hier das Sagen?
 Amira Hass, 19.1.05

 Die Offiziellen des israelischen Geheimdienstes und diejenigen, die sie  in der Presse zitieren, haben recht, wenn sie behaupten, nicht Abu Mazen und nicht die Sicherheitsdienste der palästinensischen Behörde haben den Gazastreifen unter Kontrolle. Die geheimdienstlichen Quellen und diejenigen, die sie zitieren, sind jedoch irreführend, wenn sie sagen, dass bewaffnete Banden und die Hamas Gaza beherrschen. Die IDF beherrscht Gaza.

 Nicht nur entsprechend dem internationalen Gesetz, nicht nur im Sinne der Oslo-Abkommen, die die IDF als oberste Herrschaftsbehörde im ganzen Gazastreifen und der Westbank weiterhin belässt, vielmehr ... mehr >>>


Regierungsentscheidung enteignet palästinensischen Besitz in Ost-Jerusalem
von Meron Rappaport, Haaretz, 20.1.05

Die Sharon-Regierung ergänzte im Juli 2004 das Gesetz über den Besitz Abwesender in Ost-Jerusalem – entgegen der Politik der israelischen Regierung, da das israelische Gesetz nach dem Sechstagekrieg auch Ost-Jerusalem mit einschloss.

Das Gesetz bedeutet, dass Tausende von Palästinensern, die in der Westbank leben, ihren Besitztitel über ihr Eigentum in Ost-Jerusalem verlieren.

Regierungsbeamte schätzen den Besitz im Ganzen auf Tausende von Dunum Land, während andere Schätzungen sagen, man könnte die Hälfte des Ost-Jerusalemer Besitzes hinzufügen.

Die Regierungsentscheidung im Juli bestätigt eine Entscheidung,  ... mehr >>>

Offener Brief an den Bundespräsidenten Horst Köhler.


 

Bundespräsident Horst Köhler wird darüber entscheiden, ob er bei seinem Besuch in Israel vor der Knesseth deutsch oder englisch sprechen wird. Im Vorfeld ist darüber in Israel eine heftige Diskussion entbrannt, denn man will dort die deutsche Sprache nicht mehr hören müssen.

 

Wie er sich auch entscheiden wird; einige Ausschnitte aus der Dankesrede von Elfriede Jelinek anlässlich der Verleihung des Literaturnobelpreises möchte ich ihm zur Entscheidungsfindung ans Herz legen.

 

"....Es läuft zur Sicherheit, nicht nur um mich zu behüten, meine Sprache neben mir her und kontrolliert, ob ich es auch richtig mache. Ob ich es auch richtig falsch mache, die Wirklichkeit zu beschreiben, denn sie muss immer falsch beschrieben werden, sie kann nicht anders, aber so falsch, dass jeder, der sie liest oder hört, ihre Falschheit sofort bemerkt. Die lügt ja. Und dieser Hund Sprache, der mich beschützen soll, dafür habe ich ihn ja, der schnappt jetzt nach mir. Dieser Schutz will mich beißen. Mein einziger Schutz vor dem Beschriebenwerden, die Sprache, die umgekehrt zum Beschreiben von etwas Anderem, das nicht ich bin, da ist. Dafür beschreibe ich ja so viel Papier.

Mein einziger Schutz kehrt sich also gegen mich (...) Meine Sprache ist ja süchtig nach Liebkosungen. Das hält sie davon ab, den Toten nachzuschauen, auf die ich dafür schauen muss, das bleibt dann natürlich an mir hängen. Daher hatte ich ja keine Zeit, meine Sprache im Zaum zu halten, die sich jetzt schamlos unter den Händen der Streichler wälzt. Es gibt einfach zu viele Tote, auf die ich schauen muss, das ist ein österreichischer Fachausdruck für: um die ich mich kümmern, die ich gut behandeln muss, aber dafür sind wir ja berühmt, dass wir alle immer gut behandeln. Die Welt schaut schon auf uns, nur keine Sorge. Das müssen wir nicht selber besorgen. (...) .Niemand hat schuld. Auch ich, zerzaust wie ich und mein Haar sind, habe keine Schuld, dass die Toten tot bleiben. Ich will, dass die Sprache dort drüben endlich aufhört, sich zur Sklavin fremder Hände zu machen, auch wenn sie ihr noch so wohl tun, ich will, dass sie anfangen soll, keine Forderungen zu stellen, sondern selbst eine Forderung zu werden, sich endlich zu stellen, nicht dem Liebkosen, sondern einer Forderung, zu mir zurückzukommen, denn stellen muss die Sprache sich immer, sie weiß es allerdings oft nicht und hört mir nicht zu. (...) Je mehr Leute also die Aufforderung meiner Sprache annehmen, sie am Bauch zu kratzen, etwas zu zausen, ihre Zutraulichkeit liebevoll anzunehmen, desto weiter stolpere ich davon, ich habe meine Sprache endgültig an die verloren, die sie besser behandeln, ich fliege schon fast, wo war doch gleich dieser Weg, den ich zum Nacheilen brauche? (...)   -
(C) DIE NOBELSTIFTUNG 2004
Gabriele Al Dahouk


Regierungsentscheidung enteignet palästinensischen Besitz in Ost-Jerusalem
von Meron Rappaport, Haaretz, 20.1.05

Die Sharon-Regierung ergänzte im Juli 2004 das Gesetz über den Besitz Abwesender in Ost-Jerusalem – entgegen der Politik der israelischen Regierung, da das israelische Gesetz nach dem Sechstagekrieg auch Ost-Jerusalem mit einschloss.

Das Gesetz bedeutet, dass Tausende von Palästinensern, die in der Westbank leben, ihren Besitztitel über ihr Eigentum in Ost-Jerusalem verlieren.

Regierungsbeamte schätzen den Besitz im Ganzen auf Tausende von Dunum Land, während andere Schätzungen sagen, man könnte die Hälfte des Ost-Jerusalemer Besitzes hinzufügen.

Die Regierungsentscheidung im Juli bestätigt eine Entscheidung, die einen Monat früher im ministeriellen Komitee für Jerusalem getroffen wurde. Die Entscheidung wurde dem Ministerpräsidenten und Staatsanwalt vorgestellt und fand ihren Beifall; die Entscheidung wurde aber bis jetzt nicht veröffentlicht und auch nicht auf der Website des Ministerpräsidenten aufgelistet.

Das Gesetz von 1950, in dem es um den Besitz Abwesender geht, das u.a. bestimmt, ein Abwesender sei jemand, der zur Zeit des Unabhängigkeitskrieges sich in keinem Teil von Israel, der sich also außerhalb von Israel befand – dh. in der Westbank und im Gazastreifen.

Nach dem Gesetz wird Besitz von Abwesenden an die „Behörde der Verwaltung für den Besitz Abwesender“ transferiert, ohne den abwesenden Besitzern eine Kompensation zu schulden. Als Ost-Jerusalem unter das israelische Gesetz fiel, ordnete der damalige Justizminister an, dass dies die Bewohner der Westbank nicht betrifft, die Besitz in Teilen Ost-Jerusalems haben, die nun zu einem Teil des Staates Israel geworden sind. Ministerpräsident Yitzak Rabin hat diese Direktive 1993 erneuert.

Mit dem Bau des „Trennungszaunes“ im Raum Jerusalem erbaten sich palästinensische Landbesitzer aus Bethlehem und Beit Jala die Genehmigung, ihre Felder weiterbearbeiten zu können, die innerhalb der Jerusalemer Gemeindejurisdiktion liegen. Die Antwort des Staates war, dass „ihnen das Land nicht länger gehört, sondern dass es an die „Behörde der Verwaltung für den Besitz Abwesender“ übergeben wurde. Es handelt sich um Tausende von Dunum landwirtschaftlich genutzten Landes, auf dem Palästinenser seit Jahren Oliven und Wein anbauten.

„Der Besitz dieser Leute wurde immer als Besitz Abwesender betrachtet, aber solange kein Zaun existierte, konnten die Leute zu ihrem Land gelangen und – nach ihrem Standpunkt – war alles in Ordnung“, sagte ein hochrangiger Justizbeamter, der sich mit dieser Sache befassen muss. „Der Zaun ist die Folge von Terror. Es ist nicht fair, dass jemand zum „Abwesenden“ wird, weil seine Verbindungen zum Land abgeschnitten werden, ohne dass er schuldig wurde. Aber Moral ist eine Sache – und was in unseren Gesetzen geschrieben ist, ist eine andere Sache“

Die palästinensischen Landbesitzer und ihre israelischen Anwälte bezeichnen dies als „Landraub“ und fürchten, dass die nächsten Pläne des Bebauungsministeriums auf Teilen des Landes der „Abwesenden“ bauen wollen.  - Dt. Ellen Rohlfs

 

17.01.2005

Israelische Bagger zerstören Häuser in Walaja

Fadi Abu Sa’ada für PNN

 

Am Montagmorgen zerstörten israelische Besatzungssoldaten mindestens vier Häuser in Walaja westlich von Bethlehem. Israelische Bagger zerstörten ebenfalls mehrere Scheunen nebst Wohngebäuden in Ein Jaweizeh. Die Israelis annektierten die freigewordene Fläche auf Anordnung der Stadtverwaltung in Jerusalem, welche auf sie als Teil des Jüdischen Staates Anspruch erhebt. Die Bewohner wurden aus ihren Wohnungen heraus verhaftet, weil sie einen Westbank-Ausweis hatten, als die Israelis entschieden, die Bodenfläche als zu Jerusalem gehörig einzugliedern, was wiederum einen anderen Ausweis erfordert.

 

Laut den Bewohnern haben die israelischen Besatzungssoldaten die Ortschaft bereits in der Nacht zum Montag eingekreist und alle Zugänge zum Ort abgeriegelt.

 

Israelische Besatzungssoldaten greifen die Ortschaft regelmäßig an, um die Apartheidmauer errichten zu können, eine illegale Siedlung auszudehnen bzw. die Ortschaft als Teil der Jerusalemer Stadtverwaltung zu beanspruchen.

 

Besatzungssoldaten hinderten Journalisten und Menschenrechtsbeobachter daran, die Ortschaft zu erreichen.

 

Ebenfalls am Montagmorgen in Bethlehem: Israelische Soldaten drangen in das Aida-Flüchtlingslager ein und verschleppten zwei Angehörige der Al Jawarish-Familie an unbekannte Orte. Israel beschuldigt sie der Mitgliedschaft des Widerstandes. - Quelle

 

Übersetzung: Gabriele Al Dahouk

 

Die jüngste weibliche Gefangene in israelischen Gefängnissen ist gerade 14 Jahre alt

 

Laut statistischen Erhebungen gab es im Jahre 2004 eine starke Zunahme weiblicher palästinensischer Gefangener. Gemäß einem Bericht der Palestinian Prisoners Society (Gesellschaft für Palästinensische Gefangene) nahmen israelische Besatzungssoldaten 61 Frauen gefangen, darunter die Frauen von Gefangenen and Selbstmordattentätern (wörtlich: Märtyrern).

 

Vierzehn Frauen sind minderjährig, die jüngste ist die 14jährige Ghada Abu Hamiid, die am 09. September 2004 aus der elterlichen Wohnung in Hebron ins Gefängnis verbracht wurde.

 

Gegenwärtig teilen sich 120 weibliche Gefangene auf die israelischen Gefängnisse Telmund und Ramle auf.

 

Zwanzig von ihnen sind Mütter, fünfzehn weitere Frauen sind schwer erkrankt.

 

Zwei Babys leben innerhalb der Gefängnisse. Baby Wa’el (männlich) lebt mit seiner Mutter Mirva Taha zusammen, Baby Nour (weiblich) lebt mit seiner Mutter Manal Ghanam zusammen in der Zelle.

 

Israelische Gefängnispolizei und „Spezialkräfte“ haben mindestens fünf Mal Frauen ernstlich angegriffen. Weibliche Gefangene werden ebenfalls routinemäßig dazu gezwungen, sich für erniedrigende Untersuchungen zu entkleiden.

 

Viele der Frauen dürfen keine Besuche ihrer Familien empfangen, und diejenigen, welche Besuche bekommen, können ihre Kinder nicht umarmen, weil sie durch eine dicke Scheibe von ihnen getrennt sind.

 

 Quelle   Übersetzung:Gabriele Al Dahouk

 


A
ngst

Ich gehe durch Strassen gehe Schritt um Schritt immer weiter
ergründe entwirre das Leben
um Ecken stehen Gewehre Soldaten
schauen lachen einer wirft eine Mütze zu Boden
ich erstarre gleich wird er mich packen erschießen
ohne langes Lebensziel geworden zu Asche
ohne Fische ist das Meer öde
ich schwimme Schulter an Schulter
berühre Wörter Zungen
Münder die offen die Frucht empfangen
ich deute eine Qual bitte meinen Wasserfall
zu tröpfeln die Kraft der Tränen zu senden
Quelle
 


Als die Menschen von Beit Lahia am Dienstagmorgen aufwachten, ereignete sich ein Massaker. Die israelischen Besatzungssoldaten feuerten drei Panzergranaten auf eine Menschengruppe, die dadurch in Stücke zerrissen wurde. Augenzeugen aus der Stadt im nördlichen Gazastreifen sagten, dass sie den Morgen damit verbrachten, die Körperteile einzusammeln. Aus medizinischen Quellen des Kamal-Adwan-Hospitals verlautete, dass eine Anzahl Menschen verletzt wurde, darunter ein Kind, das sein Bein verlor.

Israelische Besatzungssoldaten feuerten im Gebiet Fedous in Beit Lahia. Von den Geschossen wurden Leute in der Nähe der Häuser der Familien Al Kasia, Ghriban und Azaro getroffen. Der Panzer schoss auf eine Gruppe Teenager, die versuchten, sich in Sicherheit zu bringen.

Die israelischen Besatzungssoldaten töteten drei Brüder, den 17 Jahre alten Hani Khamal Ghroban, den 16 Jahre alten Basam Kamal Ghroban und noch einen weiteren Bruder. Sie töteten ebenfalls drei ihrer Cousins, den 13jährigen Mohammed Hasan Ghroban, den 16jährigen Raja Ghassan Ghroban und den 17jährigen Jabar Abdullah Ghroban. Die israelischen Besatzungssoldaten töteten auch den 16 Jahre alten Jabril Al Qassieh sowie eine weitere Person, deren Name unbekannt ist.  Quelle  - Übersetzt vonGabriele Al Dahouk

Annan besorgt über israelische Offensive im Gazastreifen

Sieben Palästinenser im Gaza-Streifen getötet
 


Der Berg und die Maus
 Uri Avnery, 18.12.04

.....Einige  Gräueltaten, die die Armee begangen hat, hat die israelische Öffentlichkeit schockiert. Kein einziger Siedler wurde umgesiedelt. Im Gegenteil, neue Siedler sind angekommen.

 All dies weist  auf  keine wirkliche Entscheidung hin, den versprochenen Abzug zu erfüllen. Sharons Aktionen auf der Westbank  dagegen zeigen  einen festen Entschluss, hier seinen Plan zu erfüllen.

In der Westbank hat sich die Besatzung(spolitik)  verschlimmert..Die mörderischen Checkpoints behindern weiterhin die Möglichkeit eines normalen Lebens. Das Foto, das einen palästinensischen Geiger zeigt, wie er von Soldaten  am Checkpoint zum Spielen gezwungen wird, weckt in vielen Israelis schreckliche Erinnerungen. Der Bau der Annexionsmauer geht weiter – mit ein paar kleinen Veränderungen der Route, um den Israelischen Gerichtshof zu beschwichtigen, mehr >>>

 

Liebe Freunde in der Ferne

 

Das fünfte Weihnachtsfest oder Bethlehem zwischen Erwartung und Hoffnungslosigkeit

 

Wie unter einem Trauermantel liegt Bethlehem.

Ist es die Trauerzeit über Arafat oder die Hoffnungslosigkeit der Situation,

in der die Menschen seit fünf  Jahren leben?