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Ein Kind in Gaza
arbeitet, um seiner Familie leben zu
helfen.
20. Dezember
2006, Gaza City – Fadu Abu Sultan ist
14 und geht morgens zur Schule wie die meisten Buben in seinem
Alter. Er hat seine eigenen Träume wie
alle Kinder, aber Fady hat kein leichtes
Leben; alles, was er sich wünscht, ist
außer Reichweite.
Was in den
meisten Familien normal ist, sind
Eltern, die ihre Kinder erhalten. Aber
Fady ist einer, der schon seit vier
Jahren arbeitet und damit die Rolle
eines Erwachsenen übernimmt. Fady lebt
mit neun Familienmitgliedern im
Strand-Camp in Gaza City. Er hat vier
Brüder und drei Schwestern. Sein Vater
ist chronisch krank und kann nicht
arbeiten. Um seiner Familie zu helfen,
beschloss Fady in die Arbeitswelt
einzutreten. Weil aber seine
Arbeitsmöglichkeiten sehr gering sind,
entschloss er sich, Tee zu verkaufen.
„Vor vier Jahren (als ich
10 war), wurde mein Vater krank und das monatliche Einkommen
meines älteren Bruders
(Sicherheitsbeamter) war zu wenig, um
die Grundbedürfnisse der Familie zu
decken. Wir hungerten. Da sagte ich
meiner Familie, dass ich mit
Tee-Ausschenken helfen wolle. Sie
meinten, das ginge schwer, weil ich doch
in der Schule war. Ich antwortete, dass
das schon gehen würde: die Last der
Arbeit und die der Schule zu tragen.
Also, jetzt geh ich morgens zur Schule
und arbeite vom frühen Nachmittag an bis
spät in die Nacht“, erklärte Fady.
Fady nimmt seine Bücher und Hefte mit, um auch auf der
Straße in der Arbeit zu lernen. „Ich
versuche, mich zwischen Hausaufgaben und
meiner Arbeit als Tee-Boy zu
organisieren“, sagt er.
Im
allgemeinen arbeitet Fady mehr als 6
Stunden täglich, 6 mal in der Woche. Er
versucht, so schnell als möglich mit
seinen Hausaufgaben fertig zu sein, um
mehr Zeit für den Teeverkauf zu haben
und damit mehr Geld zu verdienen. Er
sagt: „Ich verkaufe einen Plastikbecher
Tee um einen halben Schekel (1 US$ = 4,20 Schekel), ich
verkaufe an jedem Tag, an dem ich
arbeite, etwa
25 Becher Tee.“ Für
40 Stunden Arbeit wöchentlich zusätzlich zum Schulbesuch
verdient Fady fast
18 US$. Wenn Fady spätabends nach Hause kommt, gibt er das Geld
seiner Mutter. Er träumt davon, alle die
Dinge zu besitzen, die Buben seines
Alters normal haben wollen. „Ich wünsche
mir ein Fahrrad, aber ich bräuchte mehr
als
200 Schekel (46 US$), um eines zu kaufen. Das ist für mich nicht wenig Geld.
Fady lebt in einer Umgebung voll von Gewalt und
Traurigkeit. „Vor einigen Tagen wurden
drei Kinder etwa in meinem Alter
ermordet. Ich war so traurig, als ich
davon hörte. Wenn ich Leute mit einem
Gewehr sehe, werde ich ganz verstört.
Überall Gewehre, und die Israelis
greifen von oben mit Flugzeugen an, und
einige Palästinenser erschießen sich
gegenseitig, weil sie in Gaza Gewehre
gebrauchen. Ich hasse Gewehre. Ich hasse
Töten.“ Fady
hat seine eigenen Träume. Er möchte
nicht aus der Schule aussteigen, er
möchte auf der Polizeiakademie
studieren. „Ich möchte Polizist werden.
Ich möchte Kinder schützen. Gaza ist
zerstört. Wenn ich älter bin, möchte
ich arbeiten, um einen besseren Ort
daraus zu machen.“ „Ich hasse
Gewehre. Ich hasse Töten...“ Mit diesen
Worten sendet Fady eine Botschaft der
Hoffnung in die Welt. Er ist das
Beispiel eines Buben, der unter sehr
harten Bedingungen in Gaza lebt, wo die
Kinder nicht an Spielen und Spaß haben
denken; traurigerweise sind Gewehre und
das Töten alles, das ihr Denken heute
bestimmt. (Übers. G. Merz) Quelle Caritas
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