|
Weihnachten 2007 in Palästina - in Bethlehem |
|
Der Friede beginnt hier
und nirgendwo sonst -
Die letzten Tage
von Bethlehem
-
Von Anneliese Fikentscher -
„Ich liebe
Weihnachtsgeschichten“, schreibt Klaus Liedtke,
Chefredakteur von National Geographic Deutschland in
der Dezemberausgabe 2007 zum Titelthema „Die
Wahrheit über Bethlehem“. „Eine drei Stockwerke
hohe, mit Nato-Draht bewehrte Mauer trennt heute die
Stadt von ihrem Hinterland, trennt Juden von
Muslimen, und sie ist höher als die Mauern
israelischer Gefängnisse.“ |
|
Stirbt Bethlehem? - Vor mehr als 2000
Jahren kamen Maria und Joseph auf ihrer Reise von
Nazareth auch über die knapp 7 Kilometer lange
Straße zwischen Jerusalem und Bethlehem. Heute ist
es fast unmöglich, diesen berühmten Weg zu gehen,
weil dort Israels sog. „Sicherheitszaun“ gebaut
wurde. In Wirklichkeit ist dieser Zaun eine 8-14
Meter hohe Betonmauer, die weit innerhalb der
Palästinensischen Gebiete gebaut wurde und quer über
die Hauptstraße zwischen den beiden biblischen
Städten führt.
An diesem
Weihnachtsabend, an dem Christen den Geburtstag Jesu
feiern, ist Israel dabei, die heilige Stadt in ein
Freiluftgefängnis zu verwandeln. In seinem neuen
Buch „Palästina, Frieden nicht Apartheid!“ erzählt
der frühere US-Präsident Jimmy Carter von einer
Kirche, die durch die Mauer von ihrem Garten und
ihrer Gemeinde abgeschnitten wird.
Nach Unterlagen
der UN wird Bethlehem von 78 Hindernissen,
einschließlich 10 militärischen Kontrollpunkten und
55 Straßensperren umgeben. Die Mauer, die mit
Milliarden Dollar amerikanischer Steuerzahler
bezahlt wurde, schneidet Bethlehems Bevölkerung von
wichtigen sozialen Diensten, Krankenhäusern, Schulen
und Arbeitsplätzen ab. Dr.Desmond Tutu, der frühere
Erzbischof Südafrikas, erklärte: es ist unglaublich,
dass man die Stadt Bethlehem durch Strangulierung
langsam sterben lässt.
Außerdem wurde
das ganze Areal rund um Rachels Grab –mitten in
Bethlehem – illegal von der israelischen Regierung
enteignet und mit einer Mauer umgeben. Die
palästinensischen Bewohner der daneben liegenden
Häuser und Geschäfte sind vertrieben worden, um
einer geplanten jüdischen Schule und Siedlung Platz
zu machen. Die israelische Regierung hat dies vorher
auch schon in Hebron gemacht – mit voraussehbaren
gewalttätigen Folgen.
Wer ist für
diese Situation im Heiligen Land verantwortlich? Wir
alle sind dafür verantwortlich. Die USA liefert das
Geld und ignoriert die Proteste der
palästinensischen christlichen Gemeinden. Israel hat
diese Mauer gebaut, die ein Hindernis für den
Frieden ist, während die Welt schweigt. Während alle
Welt an Weihnachten Lieder singen wird, in denen
Bethlehem als Geburtsort Jesu eine Rolle spielt,
scheint es ihr nicht klar zu sein, dass die Stadt
jetzt von Mauern, militärischen Wachtürmen und
illegalen jüdischen Siedlungen umgeben ist.
Bethlehem ist im Begriff zu sterben. Die Folge der
Unterdrückung wird nur zu Gewalt führen. Victor
Batarseh, der Bürgermeister von Bethlehem, erklärt:
„Unsere Stadt riskiert, eine Stadt von Spannungen
und Leiden zu werden, anstelle einer Stadt des
Friedens.“
Tatsächlich ist
Jesu Geburtsort nicht mehr ein Fanal der Hoffnung,
sondern wird immer mehr zu einem Symbol für das, was
mit Israels Besatzung des palästinensischen Landes
falsch läuft.
Eine Mauer zu
bauen oder einseitig Lösungen durchzuführen, wird
keinen Frieden bringen.
Es ist an der
Zeit, dass alle Menschen guten Willens, Christen,
Juden und Muslime zusammen kommen, um die
israelische militärische Besatzung des
palästinensischen Landes zu beenden. Es ist an der
Zeit, Mauern einzureißen und nicht neue aufzubauen,
die die Zentren religiöser Gemeinden im Heiligen
Land umgeben und in Gefängnisse verwandeln.
Es ist an der
Zeit, statt Mauern Brücken zu bauen!
(dt. Ellen Rohlfs) |
|
Pressetext - Bischöfe als Retter für
Bethlehem
Pfarrer Roland Breitenbach fordert auf den
Internetseiten seiner Gemeinde Schweinfurt, St.
Michael (www.stmichael.de) die 27 deutschen Bischöfe
eindringlich auf, im Jahr 2007 Bistumswallfahrten in
die Geburtstadt Jesu zu organisieren, um die
christliche Minderheit dort am Leben zu erhalten und
im Glauben zu stärken. mehr >>>
Offener Aufruf an 27 kath. Bischöfe
Deutschlands: Rettet Bethlehem >>>
|
|
|
|
|
|
Angst in
Bethlehem - Stadt leidet unter Nahostkonflikt -
Bettina Klein -
Gewalt und Armut belegen die Stadt Bethlehem mit
einer wachsenden Depression. Das hat Annette Klasing,
Mitarbeiterin im Internationalen Begegnungszentrum,
angesichts des andauernden Nahostkonflikts
festgestellt. Seit Monaten blieben zudem die
Touristen aus. |
|
Morgen wird alles schlimmer. Ein Reisebericht
von Pater Rainer Fielenbach (pdf 4 mb) |
|
Neue
Siedlung bei Rachels Grab in Bethlehem
(Bericht über ISM am
1.3.06 – Presseverlautbarung vom 27.2.06) |
|
Bethlehem unter
Verschluss - Im Geburtsort von Jesus Christus ist die Zahl der
Besucher und Pilger drastisch zurückgegangen. Die
Zugangskontrollen erinnern an ein
Hochsicherheitsgefängnis. |
|

Wir haben keinen Platz in ihrem Denken
Viele Christen aus Bethlehem verlassen die
Stadt. Der Netzeitung erzählt Faten Mukarker, warum
sie trotz israelischer Besatzung und muslimischer
Extremisten ausharrt, und warum sie sich als
Wächterin der Geburtskirche begreift. |
|
Ein Hospital als
Ort der Hoffnung -
Nahost - Das Caritas Baby Hospital nahe
der Geburtskirche in Bethlehem vermittelt ein neues
Gefühl für Weihnachten |
|
Nicht mehr auf dem Weg nach
Efrata - Meron Benvenisti, Haaretz, 15.12.05
- In ein paar Tagen wird Bethlehem – für
eine Nacht – wieder die Aufmerksamkeit der Welt auf sich ziehen.
Nur ein paar der hundert Millionen, die Weihnachten feiern, werden
die Nacht in der Geburtsstadt des Nazareners verbringen – aber sie
wird ein Symbol für den Friedenswunsch sein, der in den Herzen aller
Menschen aus allen Religionen schlägt. Die Wenigen, die den
Krippenplatz erreichen und an der Mitternachtsmesse teilnehmen,
werden sich über ihre Erfahrungen an zwei sehr gegensätzlichen
Orten, die Bethlehem 2005 symbolisieren, wundern: die Geburtskirche
und Rachels Grenzübergang. Der erste symbolisiert die Hoffnung, die
mit der Geburt des Kindes aufkommt – und der zweite Ort steht für
Abneigung, Feindseligkeit und Aggression.. mehr >>> |
Little Town of
Bethlehem Imprisoned by Apartheid Wall
A Letter from Bethlehem
to Sen. Hillary
Rodham Clinton
By Rev. Dr. Mitri Raheb |
|
Papst Benedikt XVI.
– Erster neuer Bürger Bethlehems - Seine Heiligkeit Papst Benedikt XVI. nahm heute, am Samstag,
den 03. Dezember 2005, den Bethlehem-Pass aus den
Händen des palästinensischen Präsidenten Mahmoud
Abbas entgegen. Seine Heiligkeit wird der erste neue
Bürger Bethlehems nach Einführung des „Open Bethlehem“-Projekts, einer internationalen Kampagne
zur Rettung der Stadt.
Bethlehem sieht sich aufgrund der Fertigstellung der acht
Meter hohen illegalen Betonmauer am Stadteingang,
welche also die Stadt von Jerusalem und anderen
palästinensischen Städten trennt, einer Notlage
gegenüber. Durch die israelische Mauer und andere
Sperren, einschließlich militärischer Zäune und
illegaler jüdischer Siedlungen, wurde Bethlehem auf
seinen Stadtkern reduziert: Eine neuzeitliche
Ghettostadt.
Mit der Vergabe eines Passes gesteht Bethlehem denjenigen
Personen das Bürgerrecht zu, die – so steht es
wörtlich im Pass - „die Werte einer gerechten und
offenen Gesellschaft aufrecht erhalten (und)
Bethlehem während seiner Gefangenschaft in treuer
Freundschaft verbunden bleiben“.
Leila Sansour, Direktorin des „Open Bethlehem“-Projekts,
hält sich gegenwärtig in London auf. Sie meint: „Wir
bitten den Papst sowie alle Bürger der Welt
dringend, uns zu helfen, diese in unserer Stadt
geborene Botschaft aufrecht zu erhalten. Bethlehem –
das Erwähnen dieses Namens lässt bei Millionen
Menschen weltweit die Botschaft von Frieden und
Hoffnung auf Menschlichkeit nachhallen – ist heute
ein Freiluftgefängnis. Über 400 vollständige
christliche Familien sind in den vergangenen vier
Jahren aus Bethlehem ausgewandert. Wir können die
Entvölkerung Bethlehems sowie die Aushöhlung eines
2000 Jahre alten Erbes, welches den christlichen
Glauben im Nahen Osten verankert, nicht zulassen.“
Der palästinensischen Delegation gehörte Ziad Al Bandak,
palästinensischer Minister für Fremdenverkehr und
gebürtiger Bethlehemit, an, der betonte, dass neue
Entwicklungen vor Ort die bereits schwache
Tourismusbranche beeinträchtigten, während die
entscheidende Weihnachtssaison vor der Tür stehe.
Bemerkungen
für den Herausgeber:
-
Open Bethlehem wurde vom Bethlehemer Bürgermeister am 09. November 2005 ins Leben
gerufen, indem er Bethlehem zur offenen Stadt
erklärte und die Ausgabe eines Bethlehem-Passes
ankündigte.
-
Open Bethlehem ist eine Stadtinitiative, die zum Ziele hat, Bethlehem als erste Adresse
für Touristen, wagemutigen Unternehmensgeist und für
Investitionen zu fördern. Herz der Botschaft:
„Bethlehem ist eine Stadt der Offenheit und
Vielfalt, mit einer Jahrhunderte alten Tradition,
Reisende, Zuflucht Suchende und Pilger willkommen zu
heißen.
Für
weitere Informationen und Bildmaterial bitte
kontaktieren Sie:
London-Büro „Open
Bethlehem“
Patrick Orr: (44) 207
2225479 M: (44) 7909534430
Charlotte Carson: (44)
7768305897 M.
Bethlehem-Büro:
Carol Dabdoub T. (972)22741241 ext. 2470 M.
(972)545439841 |
|
Israel: "Gefängnis unter freiem Himmel" |
|
Die Stadt
Bethlehem bittet die Welt um Aufmerksamkeit
für ihre traurige Lage -
Die
israelischen Behörden haben offiziell einen
neuen Checkpoint bei Rachels Tomb als
Hauptdurchgang in beide Richtungen geöffnet.
Er trägt den Namen „Checkpoint Bethlehem
300“. In Wahrheit greifen die Behörden zu
allen Maßnahmen, um einen internationalen
Grenzübergang zu errichten – was ein ernstes
Hindernis für alle Internationalen bedeutet,
die den Distrikt Bethlehem betreten oder
verlassen wollen. Nachdem Bethlehem vom
Tourismus als ökonomischer Grundlage
abhängig ist, wird diese neue Einrichtung
mit der Zeit tödlich für die Stadt werden,
weil die Haupteinnahmequelle verloren geht.
Andererseits wird sie dann eine allmähliche
Abwanderung bewirken, so dass Bethlehem eine
Stadt ohne Bewohner werden wird. Wir sprechen für die Bürger von Bethlehem in
der Hoffnung, dass Sie die Ungeheuerlichkeit
dieser Situation erkennen.
Das
eingekerkerte Bethlehem erklärt sich offen
als Teil einer neuen internationalen
Initiative der Stadt zu helfen.
Das Open Bethlehem Projekt wurde entwickelt,
um die Einkerkerung der Stadt durch die
Kombination von illegaler Mauer und
militärischer Umzäunung mit lediglich zwei
Ein- und Ausgängen in die Umwelt zu
überwältigen. Die Hauptinitiatorin, Leila
Sansour, appelliert an die Christen weltweit
im Blick auf Weihnachten. „ Wenn die
Christenheit nicht am Geburtsort Christi
überleben kann, ist sie überall in Gefahr.
Der Verlust von Bethlehem für die Welt würde
einen verheerenden Effekt auf eine offene
Demokratie im Mittleren Osten und auf das
Verhältnis zwischen christlichen Nationen
und anderen Ländern haben.“
Der Bürgermeister, Dr. Victor Batarseh,
erklärt gemeinsam mit Leila Sansour
Bethlehem zur offenen Stadt und kündigt die
Ausgabe von Bethlehem-Pässen an für alle,
die willens sind den Kampf für das Überleben
dieser Stadt zu unterstützen. „Wir haben erkannt, dass wir agieren
müssen,“ sagt Frau Sansour: „Der Pass ist
ein Weg Menschen zu bitten, sich
einzusetzen. Setzen Sie sich für Bethlehem
ein, bringen sie Projekte in die Stadt, oder
kommen Sie und leben Sie mit uns - - und Sie
können auch ein Bethlehemite sein.“ Die derzeitige Situation ist hart. Die
Mauern und Umzäunungen rund um Bethlehem
haben diese 4000 Jahre alte Stadt in ein
Gefängnis für ihre 160.000 Einwohner
verwandelt. Die Zahl der Touristen ist von
beinahe 92.000 im Jahr 2000 auf 7.249 im
Jahr 2004 gesunken. In den letzten fünf
Jahren sind 9,3% der christlichen Bewohner
von Bethlehem weg gezogen. Die Zahl der
Restaurants, Geschäfte und
Wirtschaftsbetriebe ist geschrumpft und
Bethlehems Wirtschaft ist gefährdet. Die Open Bethlehem Initiative will diesen
Pass allen Freunden Bethlehems ausstellen
als Teil einer Campagne zur Ermutigung für
Handelspartnerschaften, Investments,
Tourismus etc. und als Anreiz für kreative
Möglichkeiten in dieser Stadt. Der Kern der
Aktion soll die Botschaft sein, dass
Bethlehem eine Stadt der Offenheit und
Mannigfaltigkeit ist mit einer Jahrhunderte
alten Tradition, Reisende, Flüchtlinge und
Pilger aus aller Welt willkommen zu heißen.
Open Bethlehem wird von Ex-Präsident Jimmy
Carter als „wertvolles und bewundernswertes
Projekt“ beschrieben. Der Unterstützer
Erzbischof Desmond Tutu meint „es ist
unverantwortlich, dass Bethlehem allmählich
durch Strangulierung dahinsiechen sollte.“ Dieses Projekt erfreut sich auch der
Unterstützung des palästinensischen
Präsidenten Mahmoud Abbas, des Erzbischofs
von Jerusalem, Seiner Exzellenz Michel
Sabah, und anderer einflussreicher
Persönlichkeiten. |
|
ANALYSIS &
FEATURES
The Eastern Wall: Closing the circle of our ghettoization
November 28th,
2005-- More than a year has passed since the Occupation
Forces declared the first section of the Apartheid Wall
- running from Zaboba near Jenin to Masha in the
Qalqiliya district - complete. Today rapid construction
marks the second phase of the project surrounding
Jerusalem, Ramallah, Bethlehem and Hebron. Meanwhile,
away from public attention, the Occupation has started
the third phase of the Wall project and begun annexing
and ethnically cleansing the Jordan Valley. [MORE] |
|

23.11.2005
Sondermeldung aus Bethlehem
Der neue Terminal "Rachel" in Bethlehem ist in Betrieb.
Dieses neue Monstrum wird Bethlehem
den Todesstoß versetzen, da wohl
kaum noch Pilger und Touristen,
allein schon aus Angst sich diesen
Checkpoint antun werden.
mehr
>>>

Helft uns, Bethlehem nicht zu verlieren!
’P. Artemio Vitores OFM von der
Franziskaner-Kustodie im Heiligen
Land bittet um Unterstützung aus
der ganzen Welt.
Eingang Bethlehem im Juli, nun (Bild
unten) geschlossen -
mehr Bilder >>>
|
|
Das ist ein Appell von
der Stadtverwaltung Beit Sahour alle
Freunde, Partner und friedliebende Menschen
zu bitten, gegen die neuesten illegalen
Entwicklungen am Bethlehem „Grenzübergang“
zu protestieren.
„Lesen Sie alle
Vorschriften und befolgen Sie diese – Haben
Sie einen schönen Tag“
Das ist die erste
Instruktion, die Sie als Willkommens-Zeichen
am neuen „Bethlehem Grenzübergang“ erhalten.
Das einzige Problem damit ist, dass
Bethlehem mitten auf palästinensischem
Gebiet liegt; nach internationalem Recht
gehören Land und Leute auf beiden Seiten
dieses Checkpoints zu Palästina.
Möchte jetzt jemand
von Bethlehem nach Ost-Jerusalem (das
ebenfalls im international anerkannten
Palästina liegt)gelangen, so ist man
gezwungen durch ein „Tor“ in der 8 Meter
hohen „Sicherheitsmauer“ zu gehen und dann
durch ein Passkontrollgebäude,
wo man persönliche
Kontrollen und körperliches Abtasten über sich ergehen lassen muss, erst
dann darf man weiter, wenn eine Erlaubnis
zum Betreten von Jerusalem vorliegt.
Das führt dazu, dass
die Menschen im Bezirk von Bethlehem
erniedrigende Untersuchungen (oft in
entkleidetem Zustand) über sich ergehen
lassen müssen auf einem Gebiet innerhalb
ihres eigenen Territoriums. Es muss nicht
besonders betont werden, dass dies einen
unglaublichen Bruch internationalen Rechts
bedeutet und nicht im Interesse des Friedens
liegt.
Außerdem ist Bethlehem
als Stadt für ihr wirtschaftliches Überleben
abhängig von Touristen und Pilgern. Da alle
ausländischen Besucher sich der eben
geschilderten Behandlungen beim Betreten des
neuen Übergangs unterziehen müssen, sind wir
überzeugt, dass das eine weitere verheerende
Wirkung auf die Ökonomie der Stadt haben
wird. Das ist dann einfach ein weiterer
Schritt beim Plan die Stadt Bethlehem zu
strangulieren und seine Wirtschaft zu
vernichten.
Die israelische
Regierung hat in nur wenigen Monaten diesen
neuen Bruch der Menschenrechte konstruiert,
indem sie erneut ihre überwältigende Kraft
demonstriert, mit der sie das Leben der
palästinensischen Menschen beherrscht.
So lang diese Willkür
gegen uns anhält, sehen wir wenig Hoffnung
für einen palästinensischen Staat mit
Frieden und Gerechtigkeit. Wir bitten alle
unsere Freunde und Partner bei ihren
Botschaften und Regierungen gegen die
einseitigen Aktionen der israelischen
Regierung rund um Bethlehem zu protestieren.
Wir appellieren an Sie, weil wir Ihre
Unterstützung zum Stopp dieses neuen
Unrechts benötigen. |
|
|
|
|
|
Wollte
Israel wirklich Frieden, würde es nicht exsesiv
den Siedlungs- und Mauerbau fortführen. Das Fotobeispiel
zeigt die tägliche Realität: Landraub und Siedlungsbau
hier in Bethlehem rund um die Uhr. Wohlgemerkt:
Dies ist keine Fotomontage, sondern für jedermann
sichtbar, der sich vor Ort ein eigenes
Bild macht!
Zitat aus Idith Zertal, Akiva Eldar "Die Herren
des Landes" - Israel und die Siedlerbewegung seit
1967: »Das war unsere Strategie-.
nicht mit dem Kopf durch die Wand zu gehen, sondern
genau das Gegenteil, die Aktion hinzuziehen, bis
sie am Ende akzeptiert würde, wenn der passende
Augenblick da war. Wir wussten stets, wie wir den
Faktor Zeit im demokratischen Spiel zu nutzen hatten.
Timing war immer von Bedeutung für uns, weil die
verstreichende Zeit zu unseren Gunsten arbeitete.
Man gewöhnte sich einfach an die Fakten vor Ort.«
Rabbi Moshe Levinger, Haaretz, 4. April 1988
|
|
|
Bethlehem - Kugeln vom Wachturm - Von
Stefan Tomik, Bethlehem -
Miras sagt, er habe
sein Plastikgewehr gerade aus der Hand gelegt, als ihn die
Kugel traf. Sie trifft ihn von hinten, weil er den Balkon
verlassen wollte, durchbohrt seinen Unterleib und tritt
vorne rechts wieder aus. Weitere Geschosse durchschlagen die
Glastür, den Rolladen, das Fenster zum Kinderzimmer. Ein
Projektil durchstößt sogar noch die Zimmertür, seine
Splitter hinterlassen Spuren an den Wänden des
Treppenhauses. |
|
Eingemauertes
Fest -
Johannes Zang hat
verschiedene Menschen aus Bethlehem
fotografiert und ihre Aussagen zu Weihnachten
2006 dokumentiert. -
In der palästinensischen
Geburtsstadt Jesu leben
die Menschen im Schatten
des israelischen Grenzwalls.
Sie leiden unter dem Konflikt,
der die Touristen fernhält,
und wünschen sich zu Weihnachten
nur eins: Frieden.
Eine Galerie mit Texten
und Bildern von Johannes Zang
Iliana Khair - "Ich habe viele Kinder leiden
gesehen in diesem Jahr – wegen des Krieges.
Viele wurden ohne Grund getötet. Es
war für mich sehr schwer, mit an zusehen,
wie Kinder in Israel auf Raketen geschrieben
haben: Ein Geschenk von uns an die Kinder
des Libanon. Mein Weihnachtswunsch richtet
sich an Kinder: Ich wünsche, dass Gott
sie vor Kriegen, egal wo in der Welt,
beschützen möge. "
mehr >>>
|
|
Bethlehem liegt in Israel-
Eine Zeitung, "Tatsachen" oder die Frage "Wo liegt
Bethlehem?" - Kommentar von
Andreas Friedrich -
Am Freitag (01.12.2006) erschien in der Printausgabe
– leider erst verspätet in der online Ausgabe -
der Düsseldorfer Zeitung für christliche Kultur
und Wirtschaft, "Rheinische Post" (RP), ein
Artikel über einen Holzschnitzer aus dem Nahen Osten,
welcher auf dem Düsseldorfer Weihnachtsmarkt Krippenfiguren
schnitzt- so weit so gut und eigentlich eine gute
Sache. In diesem Beitrag hieß es u.a., dass der
Holzschnitzer aus Bethlehem in Israel kommt.
Nach einigem Stirnrunzeln kam mir an dem Bericht
etwas sehr merkwürdig vor und ich gelangte zu dem
Schluss, dass Bethlehem nicht in Israel, sondern
in den von Israel seit 1967 besetzten Westbank liegt.
mehr >>>
|
|
Open Bethlehem / civil society initiative established in
response to the state of emergency in Bethlehem |
|
Bethlehems
Bürgermeister offeriert Bethlehem-Pass und
Ehrenbürgerschaft
Amelia Thomas -
11. November 2005
BETHLEHEM, Palästinensische Gebiete –
Am Mittwoch
kam Victor Batarseh, Bürgermeister von Bethlehem mit
seiner Kollegin Leila Sansour in London an, um seine
neue Initiative „Offenes Bethlehem“ zu lancieren.
Das Vorhaben, das beabsichtigt, die erlahmende
Wirtschaftskraft der Stadt anzukurbeln und
Unternehmertum, Kultur und Fremdenverkehr zurück in
die Region zu bringen, hat eine einmalige und
ungewöhnliche Besonderheit. Jeder weltweit, der
einen wichtigen Beitrag für die Stadt leistet,
qualifiziert sich, einen Bethlehemer Pass zu
erhalten und damit Ehrenbürger der palästinensischen
Stadt zu werden.
|
 |
|
Victor Batarseh
Bürgermeister von Bethlehem |
Seit Beginn der jüngsten Intifada im September 2000
ist die größtenteils auf christlichem Tourismus
beruhende Wirtschaft Bethlehems fast auf Null
abgestürzt. Vor dem Jahr 2000 empfingen die
ansässigen Hotels, Kaffees und Souvenirgeschäfte
jährlich etwa 92.000 Besucher; 2004 waren es nur
noch 7.000 Gäste pro Jahr.
Ein solcher Schlag für diese Stadt mit ungefähr
140.000 Bürgern bedeutete steigende
Arbeitslosigkeit, das Schließen Dutzender hiesiger
Unternehmen und ein Abwandern von 9,3 % der
christlichen Bevölkerung Bethlehems in den
vergangenen fünf Jahren.
Augenblicklich leben laut den Beauftragten des
Vorhabens „Offenes Bethlehem“ mehr Menschen
aus Bethlehem in Chile als in Bethlehem selbst.
Gemeinden Bethlehemer Bürger gibt es in
Skandinavien, Zentral- und Nordamerika und über den
restlichen Erdball verstreut. Kürzlich fanden
Präsidentschaftswahlen in El Salvador statt; beide
miteinander konkurrierende Kandidaten stammten
ursprünglich aus Bethlehem.
Der Plan will nicht nur diese Emigranten zu ihren
Wurzeln zurücklocken, sondern auch neue
Verbindungen zwischen Bethlehem und Bürgern aller
Nationalitäten und Religionen rund um den Globus
schaffen.
Begibt man sich heutzutage auf eine Reise nach
Bethlehem und will Kirche und Geburtsgrotte in der
Manger Square besuchen, muss man in die Stadt durch
einen Militärcheckpoint in Israels zwölf Meter hoher
Grenzanlage hineinfahren – eine Trennmauer, welche
die Stadt fast total umschließt. Das alleine sei
schon Grund genug, erklärt Leila Sansour,
Geschäftsführerin des Vorhabens „Offenes
Bethlehem“, für die Entscheidung Bethlehems,
seinen eigenen Pass herauszugeben.
„Dies ist beispiellos“, meinte sie bei der
offiziellen Vorstellung des Planes „dass eine
Stadt ihren eigenen Pass herausgibt. Es könnte als
arrogant bezeichnet werden. Warum sollte eine kleine
Stadt sich eine der zentralen Rollen einer Nation
anmaßen? Der Grund dafür ist einfach: Wir wurden von
einer Mauer umzingelt aber wir weigern uns, in deren
Schatten zu leben. Der Pass ist eine
Selbstbestimmungserklärung.“
Das Konzept, würdige Personen mit einem „Schlüssel
zur Stadt“ zu belohnen, ist nicht neu, aber es
scheint dennoch besonders anrührend, wenn es auf
eine Stadt angewandt wird, in welcher die
Bewegungsfreiheit ihrer Bewohner so empfindlich
eingeschränkt ist.
Rachels Grab, die Begräbnisstätte von
Jakobs Frau, erinnert beispielsweise an das Alte
Testament. Es ist jetzt von einer Betontrennmauer
umgeben und nur den Israelis und nicht den
christlichen Bewohnern der Stadt Bethlehem
zugänglich.
Ebenso wurde Cremisan, der einzige
Stadterholungswald und Weingarten aufgrund des
Verlaufes der Grenzbarriere von Bethlehem
abgetrennt. Reisegenehmigungen sind schwierig zu
bekommen; übertünchte Graffitis beim
Hauptcheckpoint zeugen von Frustration und Leiden
der Bevölkerung innerhalb der Mauer.
Genau deshalb, sagt Leila Sansour, sei das Vorhaben
„Offenes Bethlehem“ so entscheidend für die
Zukunft der Stadt.
„Hinter der Mauer“, führt sie weiter aus,
„befindet sich eine mannigfaltige und offene
Gesellschaft … Wir kämpfen für eine offene
Gesellschaft, in welcher die Menschen wählen können,
wo sie in Freiheit leben wollen. Bethlehem hat als
multireligiöse und multikulturelle Stadt überlebt,
während andere Städte vor langer Zeit durch
ethnische Säuberung und Bevölkerungsaustausch
ausgelöscht worden sind.“
Bethlehem, so meint sie, habe Jahrhunderte lang
Pilger, Reisende und Urlauber aller
Glaubensbekenntnisse mit offenen Armen willkommen
geheißen. Die Einwohnerschaft setze sich immer schon
aus friedlich Seite an Seite lebenden Christen und
Muslimen zusammen. Das stünde in krassem Gegensatz
zum heutigen Bethlehem, wo sich Rassentrennung
stetig in Form der verstärkten illegalen jüdischen
Siedlungen auf den Hügeln abzeichne, welche die
Stadt von allen Seiten bedrängten.
Der Bethlehem-Pass steht grundsätzlich jeder Person
zur Verfügung, die Bethlehem bei einem seiner
Grundanliegen hilft.
Das erste Anliegen wäre, der Stadt eine
lebensnotwendige finanzielle Unterstützung zuteil
werden zu lassen, indem etwa ein besonderes Vorhaben
gesponsert wird, oder Geschäftsfelder von außerhalb
nach Bethlehem gebracht werden.
Zweitens wird der Pass demjenigen zugesprochen, der
einen bedeutenden Beitrag zur kulturellen Entfaltung
Bethlehems leistet – sei es Kunst, Musik, Festivals,
Sportveranstaltungen oder die Ausrichtung
internationaler Konferenzen.
Drittens wird jeder, der die Verpflichtung für
einen ausgedehnten Aufenthalt in der Stadt eingeht,
indem er Seite an Seite der Bethlehemer Bürger lebt
und somit die Erfahrung in einem „Gefängnis“
innerhalb der Trennmauer macht, für den Pass infrage
kommen.
Ausgezeichnet durch ein Gremium aus Repräsentanten
des Bürgermeisteramtes, der Stadtverwaltung und mit
der Unterstützung der Palästinensischen
Nationalbehörde wird den Empfängern ein Lederpass
überreicht, dessen Seiten mit Wasserzeichen versehen
sind, und auf dessen Einband der Stern von Bethlehem
sowie St. George, der Schutzheilige Bethlehems, bzw.
Al Khadir, ein Heiliger sowohl für Muslime als auch
für Christen, dargestellt sind.
Der Pass muss jedoch durch harte Arbeit verdient
werden.
„Es ist eine sehr große Ehre,
ihn verliehen zu bekommen“, meinte Sansour. „Er
beinhaltet ein reales wichtiges Engagement für
Bethlehem. Wir arbeiten mit Kirchen in der ganzen
Welt, Regierungen und auf kommunaler Ebene zusammen,
um abzusichern, dass die Privilegien, die den
Passinhabern eingeräumt werden, ebenso bedeutsam
sein werden.“
Sansour
betonte die Dringlichkeit, welche der Einführung des
Vorhabens obliegt.
„Unsere Stadt hat 4.000 Jahre
lang überlebt“, merkte sie an, „aber
heute kann sie nur noch ihre letzte Energiereserve
mobilisieren. Deshalb schaffen wir es nicht alleine.
Der Pass steht jedem offen, der sich dauerhaft für
das Überleben unserer Stadt engagiert. Bethlehem ist
an Weltherrschaften gescheitert aber es kann ihm
durch Einzelpersonen geholfen werden.“
Sie wies auf die Allgegenwart der Grenzmauer hin,
die sowohl ein Symbol der Gefangenschaft als auch
gleichzeitig der Hoffnung auf Zukunft ist.
„Auch der Bürgermeister ist
der Meinung“, fuhr sie fort, „dass an
einem Tag wie heute die Berliner Mauer fiel, und
dass genau so eines Tages die Mauer um Bethlehem
herum fallen wird. Deshalb strecken die
Repräsentanten aus Bethlehem ihre Hände aus und
bitten die Welt um Hilfe. Wir wissen, dass die Mauer
auf Besucher abschreckend wirkt“, meint Sansour,
„aber wenn die Menschen einen Schritt machen, um
durch sie hindurchzugehen, werden sie eine
Gesellschaft antreffen, mit welcher sie sich
identifizieren und verstehen können.“
Während die Schöpfer des Projektes „Offenes
Bethlehem“ ein düsteres Bild der gegenwärtigen
Lebensumstände für die Bürger zeichnen, ist die
Botschaft im Pass eine der Hoffnung.
„Der Inhaber dieses Passes
ist ein Bürger Bethlehems“, steht hier,
„Bürger, die es würdigen, dass diese historische
Stadt ein Licht für die Welt und für alle Menschen,
welche die Werte einer gerechten und offenen
Gesellschaft aufrechterhalten, bereitstellt. Bürger,
die Bethlehem während seiner Gefangenschaft in
treuer Freundschaft verbunden bleiben werden …
Wir bitten Sie, den Inhaber dieses Passes zu
respektieren und ihn ungehindert passieren zu
lassen.“
Middle East Times
-
Internationale Ausgabe - 11. November 2005
12.11.2005, Übers. v. Gabriele
Al Dahouk
|
|
Adventsgrüße aus Bethlehem, 26. November 2005
Foto P. Rainer Zum Vergrößern auf das Bild klicken.
Bethlehem: Geburtskirche mit der
Geburtsgrotte
Liebe Freunde,
Da sich die Augen der Welt in der beginnenden Adventszeit
wieder einmal auf Bethlehem konzentrieren, ermutigen wir
unsere Brüder und Schwestern weltweit, wenn sie an die
Geburt Jesu von vor 2000 Jahren denken, auch an das zu
denken, was heute in Bethlehem vor sich geht.
Der Psalm für den 1. Adventsonntag ist Psalm 24, der dazu
aufruft“ Machet die Tore weit und die Türen in der Welt
hoch, dass der König der Ehren einziehe!“
Die Erwähnung von Toren und ewigen Türen trifft uns in
Bethlehem wie ein eisige Erinnerung an die Ereignisse der
letzten Wochen. Wie der Psalmist uns dazu aufruft, die Toren
und Türen zu öffnen um Christus, unsern König, willkommen zu
heißen – so hat die israelische Regierung die Tore und Türen
unserer Stadt geschlossen und ein „Terminal“ eröffnet.
Dieser Terminal ist ein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk für
Bethlehem, das die Einheimischen einschließt und die
ausländischen Besucher ausschließt. Sie, die in Bussen
kommen, werden nämlich mit der Unannehmlichkeit des Wartens
und der Kontrolle jedes einzelnen konfrontiert und der
Einschüchterung durch bewaffnete Soldaten, die an den
Schlange stehenden Besuchern von einem erhöhten Gang aus
vorbei patrouillieren .
Doch trotz dieser letzten Beleidigung der Menschenrechte
und einer friedlichen Koexistenz waren Anfang November
mehr als 120 Freunde und Fachleute aus 23 Ländern zu uns
nach Bethlehem gekommen, um Brücken zu bauen und mit
einander zu diskutieren, wie zwei Völker mit verschiedenen
Identitäten dieses eine Land teilen können.
Wenn Sie nicht in dieser Jahres-/ Weihnachtszeit zu uns
kommen können, laden wir Sie dazu ein, unsere Website
aufzusuchen und dort diese Geschichten und mehr zu lesen. So
können Sie etwas miterleben von unseren Hoffnungen und
Befürchtungen, die unser Leben im Bethlehem von heute
durchdringen.
Wir danken Ihnen für Ihre fortdauernden Gebete und
Unterstützung.
Wir beten auch für Sie.
Mit herzlichen Grüßen!
Die Mitarbeiter des Internationalen Begegnungszentrums in
Bethlehem
|
| |
|
Maria und Josef – oder: Keine Chance, nach
Bethlehem zu kommen !
(Von Anfang September bis
Mitte Oktober 2006 wurden an
Checkpoints
69 Kinder geboren, weil den werdenden Müttern
die Weiterfahrt zum Krankenhaus verwehrt wurde.) mehr >>>
"Eingang" zu Rachels Grab in Bethlehem auf der
Straße von Jerusalem her kommend.
Bild: P. Rainer -
Bild vergrößern >>> |
|
Musa'ade - Neuer Verein
für Bethlehem
gegründet.
Auch >>>
Morgen wird alles schlimmer -
.
Reisebericht
von Pater Rainer (pdf
|
Bethlehem heute
-
Eine Stadt im Ausnahmezustand.
(Power Point
Animation) >>> |
|

Weihnachtsabend:
Bethlehem ist ein großes Gefängnis
Die Stadt Bethlehem, in der
nach christlichem Glauben Jesus geboren wurde, ist durch
die israelische Abriegelung ein großes Gefängnis
geworden. |
|
Weihnachstbotschaft des
Patriarchen
Patriarch Sabbah:
Bethlehem is a Prison (pdf) |
|
Ed O'Loughlin accompanies a
modern Mary and Joseph from Nazareth to Bethlehem. |
|
Bethlehem:
anhaltende Landkonfiszierung -
Wie die palästinensische
Nachrichtenagentur WAFA meldet, annektiert die
israelische Regierung weiterhin palästinensisches Land
in der Westbank. |
|
Das Tor nach Bethlehem
ist fast verstopft -
Die Sperrmauer und der
Kontrollpunkt bilden ein schweres Hindernis für Fahrten
in die Geburtsstadt Jesu Johannes Zang |
|
Israel
inaugurates Gilo ‘300’ terminal in Bethlehem |
|
Helfen durch Kaufen Bethlehem
leidet große Not
mehr
|
Das
Terminal - Israelische
Grenzkontrollen - 26.11.2005 Toine van Teeffelen - Übersetzung Ellen Rohlfs - Am diesjährigen palästinensischen Unabhängigkeitstag
entschied ich mich, einen Urlaubstag zu nehmen und mit den
Kindern zusammen in den Zoo nach Jerusalem zu gehen. Mary,
die natürlich nicht mit uns gehen konnte, weil sie keinen
Passierschein oder einen ausländischen Paß mit dreimonatiger
Gültigkeit wie ich hat, packte für Jara, Tamer und mich
Früchte in einen Beutel. Sollten wir uns ein Messer
mitnehmen um die Früchte zu zerteilen? Besser keines aus
Metall, sondern nur eines aus Plastik, überlegen wir, damit
die Soldaten am Kontrollpunkt nicht mißtrauisch werden. Ich
schaue noch kurz ins Internet, ob es vielleicht Probleme auf
der Straße gibt. Der Taxifahrer aus Bethlehem sagt uns, daß
ab heute das neue Terminal benützt wird. Wir nähern uns also
nicht dem gewohnten Kontrollpunkt, sondern etwas, das einer
internationalen Grenze ähnelt . Die Leute hatten gehört, daß
er in diesen Tagen eröffnet werden würde. Ironischerweise
geschah dies am Unabhängigkeitstag. Sicherlich kein Zufall.
Die Botschaft sollte wohl folgende sein: Wenn ihr eure
Unabhängigkeit haben wollt, werden wir glücklich sein, sie
euch zu gewähren, indem wir euch eine internationale Grenze
errichten und euch einschließen.
Ich zählte vier Kontrollen. Zunächst am Tor der Mauer, wo
ein Soldat kontrolliert, ob ich einen Paß habe. Ich wedele
damit. Dann betreten wir durch einen Eisenkorridor das
Terminal selbst. Wir gehen an einer Glaskabine vorbei, in
der ein Soldat den Paß kurz überprüft. Eine Palästinenserin
möchte durch eine Drehtür, hat aber keine Tasreeh
[Passierschein]. Ein ziemlich laut sprechender Soldat auf
der anderen Seite des Zaunes verweigert ihr den Zugang. Die
Kinder und ich passieren, ziemlich überwältigt von dem
vielen Eisen und Stein rund um uns und der großen Halle. Sie
erinnert an Eretz, den israelischen Übergang in den
Gaza-Streifen. Vor Monaten las ich in Haaretz über einem
Armeevertreter, der feststellte, daß das Terminal es den
Leuten ermöglichen würde, hier ruhig zu warten, ohne von
Hitze oder Regen beeinträchtigt zu werden und daß es auch
Toiletten geben würde. Tatsächlich kommen wir an Toiletten
für Männer und Frauen vorbei. Überall große
Hinweisschildern, man möge den Ort sauber halten. Die Halle
ist eine Kombination von stählernen Drehtüren, Korridoren
und einem hohen Dach und großen und kleinen
Hinweisschildern. Wir warten einige Minuten vor einer
weiteren Drehtür mit einer roten Ampel an der Spitze. Durch
das Gitter beobachten wir einen Palästinenser, wie er
versucht, die hebräisch gesprochenen Anweisungen einer
Soldatin zu verstehen. Sie will anscheinend, daß er seinen
Gürtel abnimmt. Oder sind es seine Schuhe? Sie spricht über
einen Lautsprecher hinter Glas. Der Lautsprecher ist sehr
laut und echote aufgrund der Größe der Halle. Wie in Eretz
hat man das Gefühl, daß hier eher Vieh als Menschen
kontrolliert wird.
mehr >>> |
Erste
Eindrücke aus
Bethlehem
4.10.03
Lieber Herr Arendt,
ganz herzliche Grüße aus Bethlehem. Die Situation hier
ist ziemlich deprimierend. Auch wenn tagsüber Bethlehem
den Eindruck einer "normalen" Stadt erweckt, so täuscht
es doch nicht über die reale Situation hinweg. Abends um
19.30 Uhr ist die Innenstadt wie ausgestorben
Einige
Fotos vom Bau des Sperrwalls rund um Bethlehem (vor den
israelischen Siedlungen Gilo und Har Homa) zeugen von
der Absicht Sharons, Bethlehem endgültig in ein großes
Gefängnis zu verwandeln, das es jetzt schon ist. Am
einzigen Checkpoint aus der Stadt Richtung Jerusalem
kommt fast keiner durch, unter Umständen, wenn er eine
besondere Erlaubnis hat. Sonntag nachmittag bis Montag
abend ist der Checkpoint wegen des Jom Kipur Tages in
Israel total geschlossen. Selbst Ausländer kommen nicht
raus. Der Container-Checkpoint im Osten der Stadt ist
nur zeitweise geöffnet, ebenso Durchkommen nur für
wenige. Wie gesagt, Bethlehem ist ein großes Gefängnis.
Die
Fotos vom Sperrwall
zeigen,
wie gut man bei Mauerbau der DDR gelernt hat. Fahrstraße
- Elektrozaun - Sperrstreifen - Metallzaun zeigen, dass
es in kurzer Zeit unmöglich sein wird, Bethlehem
irgendwo abseits des Checkpoints verlassen kann. Und das
noch nicht einmal die 8 m hohe Mauer, wie sie in
Qualkilia und Tulkarem kilometerweit bereits steht.
Unglaublich ist, mit welcher Schnelligkeit plötzlich der
gigantische Sperr" Zaun" weitergebaut ist. Plötzlich
sind weitere hundert Meter fertig gestellt, ist Land
enteignet mit den Ölbäumen, müssen Bewohner ihre Häuser
verlassen.
Und
wenn heute nachmittag wieder ein schreckliches Attentat
in Haifa passiert ist, so ist auch das wieder ein Akt
der Verzweiflung gegen die brutale Besetzung der
israelischen Armee. Nun bleibt abzuwarten, was sich die
israelische Armee in den nächsten Stunden an neuem Druck
und neuer Gewalt einfallen läßt.
Gerne dürfen Sie die Fotos für Ihre
Homepage verwenden. Die Menschen sollen endlich
kapieren, was hier vor sich geht.
Mit
leider keinen erfreulichen Meldungen aus der
Geburtsstadt Jesu für heute
|
Bethlehem, 13.10.2003 Container-Checkpoint zwischen
Bethlehem und Ostjerusalem, bzw. Richtung Ramallah.
auch heute wieder neue
"Eindrücke" aus Bethlehem.
Tatsachen hören oder im Fernsehen
anschauen ist etwas völlig anderes, als sie selbst
zu erleben. Gestern wurde mir dies erneut bewußt.
Oft habe ich von israelischen Checkpoint Filme
gesehen oder Berichte gehört. Gestern Nachmittag
fuhren wir zum Container-Checkpoint zwischen
Bethlehem und Ostjerusalem, bzw. Richtung Ramallah.
Dies ist die einzige Möglichkeit, auf
palästinensischem Gebiet nach Ostjerusalem, Ramallah
und ist gesamte Gebiet der Westbank zu gelangen.
Aber seit 10 Tagen ist der Checkpoint völlig
geschlossen, wie alle anderen im Lande auch. Das
bedeutet, dass Arbeiter nicht mehr zu ihren
Arbeitsstätten kommen, viele Studenten zur Uni,
Kranke zu Fachärzten oder in Fachkliniken, usw. 200
m vom Checkpoint entfernt herrschte große Aufregung.
Ca. 20 Taxibusse standen dort, kamen mit neuen
Fahrgästen an, nahmen andere mit zurück nach
Bethlehem. Der Weg ging jedoch nicht über den
geschlossenen Checkpoint. Hunderte rannten in der
halben Stunde, in der ich dort war, ca. 200 m den
Berg hinauf, andere rannten aus Richtung
Ostjerusalem kommend hinunter, alte Menschen unter
besonders großen Anstrengungen, Frauen, viele
Studenten, Handwerker, etc. Viele hatten Decken
dabei, da sie während der Woche irgendwo in
Ostjerusalem (gehört zur pal. Autonomie) schlafen
und nicht jeden Tag diese Tortur und den psychischen
Stress mitmachen können. Denn diese 200 m zu
überwinden ist ein Wettlauf mit dem Tod oder die
Gefahr, festgenommen und verhaftet zu werden.
Erst an diesem Nachmittag hatten die israelischen
Soldaten plötzlich die Taxis und Flüchtenden
beschossen - Gott sei Dank wurde niemand verletzt
und "nur" die Autoscheiben eines Taxis zerschossen!
Die Fotos können leider nicht
annähernd die Stimmung wiedergeben. Sie sind
lediglich der hilflose Versuch, Menschen in
Deutschland ein Geschehen wenigstens ein bisschen
deutlich zu machen, das nicht zu beschreiben ist!
Warum dies alles?
- Es gibt nur wenige ganz existenzielle Gründe:
gegen einen geringen Lohn in Jerusalem arbeiten um
zu überleben und die Familie am Leben zu
halten (Bethlehem hat seit über 3 Jahren über 65 %
Arbeitslosigkeit und das bei den großen Familien mit
meist 8-10 Personen), die Uni nicht dauernd zu
versäumen (und damit die Zukunft noch mehr auf's
Spiel zu setzen), zum Arzt zu kommen ...
Man kann sich kaum vorstellen,
welch psychischem Stress diese Menschen ausgesetzt
sind. Wie schon erwähnt, man kann es letztlich nicht
beschreiben, sondern nur selbst erleben und
ohnmächtig mit steigernder Wut zuschauen. Eindeutig
geht es da nicht um die vielbeschworene Sicherheit
der Israelischen Regierung, sondern einzig und
allein darum, die Palästinenser unter
unvorstellbaren Druck zu setzen und ihr Leben
unmöglich zu machen.
Das zeigt auch das heutige
Beispiel in der 850 Schüler zählenden evangelischen
Schule
Talita Kumi. Direktor Dr.
Wilhelm Goller berichtet mir bei meinem Besuch heute
morgen, dass die Schüler aus den umliegenden Dörfern
jenseits der Checkpoints wieder einmal nicht die
Schulbusse nehmen konnten (geschlossene Checkpoints)
und über die Hügel und Felder laufen mussten. Dabei
wurden sie wie gewohnt von den israelsischen
Soldaten längere Zeit festgehalten und
eingeschüchtert - Schulbeginn in Bethlehem!
- Ziel: Druck machen, einschüchtern.... - Keine
Frage der Sicherheit!
Geschichten dieser Art lassen
sich beliebig fortsetzen, denn fast jeder
Gesprächspartner hat "seine" Geschichten und
Erlebnisse.
Übrigens: Mein letzter Versuch,
doch noch nach Jenin zu kommen, ist heute morgen
gescheitert: drei Taxis wollten die Stadt verlassen,
einer wurde am ersten Checkpoint zurückgeschickt,
die beiden anderen vorübergehend verhaftet.
Herzlich grüßt Sie alle, denen das
Schicksal der Menschen im Heiligen Land nicht egal
ist
Der Weg ging
.... nicht über den geschlossenen Checkpoint.
Hunderte rannten in der halben Stunde, in der ich dort war,
ca. 200 m den Berg hinauf, andere rannten aus Richtung
Ostjerusalem kommend hinunter, alte Menschen unter besonders
großen Anstrengungen, Frauen, viele Studenten, Handwerker,
etc. Viele hatten Decken dabei, da sie während der Woche
irgendwo in Ostjerusalem (gehört zur pal. Autonomie)
schlafen und nicht jeden Tag diese Tortur und den
psychischen Stress mitmachen können. Denn diese 200
m zu überwinden ist ein Wettlauf mit dem Tod oder die
Gefahr, festgenommen und verhaftet zu werden. |
|
"Willkommen im Ghetto" -
Bald schließt sich die Mauer um Bethlehem - Die Folgen für
die Stadt sind jetzt schon deutlich spürbar -
Johannes Zang
DT vom 13.09.2005
|
|
|