Israelische
Aktivisten und Wissenschaftler begleiten
Kinder aus Westbankdorf zur Schule
JERUSALEM, 28. August 2005 (WAFA) –
Israelische Aktivisten und Professoren
der Hebräischen Universität werden am
kommenden Samstag Kinder auf ihrem ein
Kilometer langen Weg zur Schule in
Al-Has begleiten, die jenseits der
Apartheidmauer liegt. Damit wollen sie
ein Zeichen für den Schuljahresbeginn
in den besetzten palästinensischen
Gebieten setzen, wie eine
Pressemitteilung der Vereinigung
„Frauen für den Frieden“ meldete.
Das
kleine palästinensische Dorf Nuaman, ein
friedliches und romantisches Fleckchen
Erde mit 25 Häusern am südöstlichen
Zipfel Jerusalems in Richtung Bethlehem
steckt in einer unerträglichen Lage.
Im
Jahre 1967 wurde das Territorium des
Dorfes an Jerusalem angegliedert, seinen
Bürgern jedoch wurden Westbankausweise
ausgehändigt. Deshalb dürfen sie nicht
nach Jerusalem gehen und wohnen laut
Israel illegal in ihren Häusern, in
welchen sie geboren wurden, und in denen
sie ihre Familien gegründet haben.
Die
Straße nach Jerusalem wurde für Autos
gesperrt, die Kinder wurden aus den
Jerusalemer Schulen ausgewiesen, sogar
das Bezahlen von Ordnungsstrafen wurde
zu einer unlösbaren Aufgabe, weil die
Bewohner keine israelischen Postämter,
Freunde oder Verwandte erreichen
konnten. Sogar diejenigen, die im
Nachbarort Al-Has leben, dürfen Nuaman
nicht betreten, weil es Bewohnern der
Westbank nicht erlaubt ist, in
israelisches Gebiet einzureisen.
Kürzlich – als Folge des Baus der
Apartheidmauer und der Straße zu den
Siedlungen Tekoa und Nokdim – war der
Zugang zur Westbank für die Bewohner
ebenfalls gesperrt. Das Dorf hatte
keinerlei Verbindung zur Außenwelt und
zu den Kreisstädten Beit Sahur und
Bethlehem, in denen Arbeitsplätze,
Schulen sowie Krankenhäuser liegen.
Die
Straßensperren für Autos verhindern die
Grundversorgung des Dorfes, denn dort
gibt es nicht einmal einen Laden, vom
Luxus wie Müllabfuhr und Wasser- sowie
Abwasserversorgung ganz zu schweigen.
Diese
Woche hat man den Bürgern von Nuaman
mitgeteilt, dass eine neue Straße zur
Har-Homa-Siedlung auf ihrem Land gebaut
und infolgedessen Häuser in Nuaman
zerstört werden sollen. Bebauungspläne
für Har Homa zeigen, dass sich die
Siedlung auf den Nuaman-Grundstücken
ausbreiten wird.
Das
israelische Zivilgericht bewilligte den
Verlauf der Mauer, die Nuaman von der
Westbank trennt. Jeder Einwohner des
Dorfes wird einzeln beweisen müssen,
dass er so und so lang in seinem Dorf
gelebt hat, damit er in seinem Haus
bleiben kann. Derjenige, dem es
unmöglich ist, die vom Staat Israel
geforderten Dokumente beizubringen, soll
aus seinem Haus vertrieben werden. -
WAFA –
Palestine News Agency -
30.08.2005, Übers. v. Gabriele Al Dahouk