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Das Leben und Leiden der Palästinenser  -   5
 

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Siehe auch:
Zerstörung
Vertreibung
Landraub

Die  Mauer
Kinderschicksale

Linksammlung zu Dschenin

Dschenin Dschenin - der Film

Mut im Angesicht des Feindes
"Ich bleibe, bis diese Besetzung endet" - Ein Bericht über Dschenin (08. Dezember 2002)
Untersuchung der Kriegsverbrechen in Jenin notwendig
Palästina: «Wollt Ihr die Unschuldigen mit den Schuldigen auslöschen?»
Jenin – ein neues Sabra und Shatila?

Amira Hass spricht mit Augenzeugen in Jenin

Im Schatten des Irak-Krieges
Generalprobe der israelischen Armee für Massenvertreibungen der Palästinenser
UN-Bericht über die Ereignisse in Dschenin und anderen palästinensischen Städten
Was passierte in Dschenin? von Justin Podur
Die Geschichte zweier angeblicher 'Massaker': Jenin* und Racak
David Edwards
Vorwürfe gegen Israel wegen Jenin
 von Chris McGreal und Brian Whitaker

 Feuer mit Feuer bekämpfen 
Ludwig Watzal

"Israels geheiligter Terrorismus"
Livia Rokach

Leben mit und über Toten
 - Das von israelischen Truppen
zerstörte Palästinenser-Lager Dschenin ist nur noch eine Trümmerlandschaft
Bilder: Haus Zerstörungen in Rafah
12.5.2004 - Die UN teilt mit:
In den letzten zehn Tagen wurden die Wohnungen und Häuser von
1 100 Menschen vom israelischen Militär zerstört
- englisch
Tiefer Schnitt
Die von Israel auf 150 Kilometer Länge angelegte Mauer trennt die Bewohner Ost-Jerusalems von ihrem Hinterland
An eingegrenzten Orten
Ein Bericht über eine beinahe verloren geglaubte Hoffnung: Zivilgesellschaft und Projektarbeit in Palästina und in Israel.
Briefe von Faten Mukarke
Eine Welle der Zerstörung
Palestine Monitor - Photo gallery
Verlobt mit einem palästinensischen Gefangenen  Ghada Naser, (Tochter von Sumaya Farhat-Naser) berichtet.
Palästinensische humanitäre Katastrophe
Ich liebe meinen Bruder“
von Adam Maor
(ein Plädoyer für seine Verweigerung des Militärdienstes)
Adam Maor ist ein 19 jähriger Israeli, der vor Gericht steht, weil er sich weigert, an der Besatzung von palästinensischem Land teilzunehmen und an Gewalt gegenüber Palästinensern mehr >>>
Beit Sahour 115, August 4, 2003, Photo above: A Shout, Photo by: Nayef Hashlamoun.   A Palestinian baby cries under a hot sun while his mother tries to pass back home in front of an Israeli soldier (back) covering his face at an Israeli checkpoint of Wadi al-Nar near of the West Bank city of Beit Sahour. Israeli army blocked the roads around the Palestinian cities south of Jerusalem for the Palestinian control.

transpixelBeit Sahour 115, August 4, 2003, Photo above: A Shout, Photo by: Nayef Hashlamoun. A Palestinian baby cries under a hot sun while his mother tries to pass back home in front of an Israeli soldier (back) covering his face at an Israeli checkpoint of Wadi al-Nar near of the West Bank city of Beit Sahour. Israeli army blocked the roads around the Palestinian cities south of Jerusalem for the Palestinian control.

Was Indianer und Palästinenser gemeinsam haben
von Justine McCabe

Israelische Soldaten hindern älteren Mann daran, das Krankenhaus zu erreichen: „Lass ihn weit weg von uns sterben“

 

Muath Shrideh, Nablus, 27.5.25,  Palestine News Network

 

Am Freitag (heute) verstarb der Palästinenser Azam Atia Suwan. Der 56Jährige stammte aus dem Dorf Amatin im Gebiet von Qalqiliya. Er starb, als er versuchte, auf seinem Weg ins Krankenhaus den Beit-Iba-Checkpoint westlich von Nablus zu passieren.

 

Der Taxifahrer Ashraf Mitani, der Azam ab seiner Wohnung transportierte, schilderte den Vorgang: „Azam, mein Onkel, wachte heute früh um 5.30 Uhr auf, um zu beten, als er sich aufgrund seiner Herzprobleme wirklich schlecht fühlte. Wir riefen beim Watani-Krankenhaus in Nablus an und baten um einen Krankenwagen. Ich entschied mich dann dafür, meinen Onkel mit meinem Auto zum Beit-Iba-Kontrollpunkt zu bringen, um etwas Zeit zu gewinnen. Als ich den Checkpoint erreichte, hinderten mich die Soldaten in einer befremdlichen Art und Weise am Überqueren – sie begannen, mich mit Schlägen anzugreifen. Ich sagte ihnen, dass ich einen kranken Mann bei mir hätte. Einer der Soldaten, der wohl der Vorgesetzte zu sein schien, meinte: ‚Lass ihn weit weg von uns sterben!’ Dann kam der Krankentransport, und sie hinderten die Ambulanz ebenfalls an der Überfahrt.“

 

Mitani fuhr fort: „Ich begann, die Soldaten anzuschreien, und die wiederum schlugen weiter auf mich ein, bis etliche Taxifahrer dazukamen und mich aus ihren Händen befreiten. Nach 40 Minuten erlaubten sie uns, meinen Onkel auf unseren Händen – ohne irgendeine Trage - durch den Checkpoint zu tragen, um ihn zum Krankenwagen zu bringen. Der Ambulanzfahrer kam uns entgegen, um uns zu helfen, als wir meinen Onkel brachten, und stellte dann fest, dass dieser bereits tot war.“

 

Azam war Vater von sieben Kindern, fünf Buben und zwei Mädchen. Es ist nicht der erste und wird vermutlich nicht der letzte Fall sein, der an den Checkpoints der Erniedrigung, insbesondere im Gebiet um Nablus, tödlich endet. 

27.05.2005, Übers. v. Gabriele Al Dahouk

WHO- Lagerung von Atommüll in den besetzten Gebieten wird untersucht
Fremd im Alltag
Ein Gefangener kehrt zurück
Mut im Angesicht des Feindes -
"Ich bleibe, bis diese Besetzung endet" - Ein Bericht über Dschenin
Naher Osten: "Endstation Grenzposten"
Israelische Sperren verhindern immer wieder Klinikgeburten
Dokumentation der Konferenz "Die palästinensischen politischen Gefangenen unter israelischer Besatzung" am 04.10.03 in Berlin
Erzwungene Wohngenehmigung fürs Heimatdorf ängstigt Palästinenser -


Ein Palästinenser in Unterwäsche:
Ein Palästinenser mit verbundenen Augen in Unterwäsche, der von israelischen Besatzungssoldaten in der Stadt Bethlehem dazu gezwungen worden war, seine Kleidung abzulegen
..... (Assafir, 24.05.2005) - Übers. v. G. Al Dahouk

Mehr Gründe auf Palästinenser zu schießen - .... Israelische Soldaten, die in der illegalen jüdischen Siedlung Netzarim im Gazastreifen stationiert sind, dürfen fortan auf Palästinenser schießen, die mit Ferngläsern in die Siedlung schauen.. Quelle

Amnesty spricht von Hinrichtungen - Zu den Vorgängen im Lager Deschenin

(Bild vom Krippenplatz vor der Geburtskirche.- 19:30 - In der bin ich als Ausländer allein, wenn ich sie besuche).


Erste Eindrücke aus Bethlehem
  4.10.03

 Lieber Herr Arendt,

ganz herzliche Grüße aus Bethlehem. Die Situation hier ist ziemlich deprimierend. Auch wenn tagsüber Bethlehem den Eindruck einer "normalen" Stadt erweckt, so täuscht es doch nicht über die reale Situation hinweg. Abends um 19.30 Uhr ist die Innenstadt wie ausgestorben

 Einige Fotos vom Bau des Sperrwalls rund um Bethlehem (vor den israelischen Siedlungen Gilo und Har Homa) zeugen von der Absicht Sharons, Bethlehem endgültig in ein großes Gefängnis zu verwandeln, das es jetzt schon ist. Am einzigen Checkpoint aus der Stadt Richtung Jerusalem kommt fast keiner durch, unter Umständen, wenn er eine besondere Erlaubnis hat. Sonntag nachmittag bis Montag abend ist der Checkpoint wegen des Jom Kipur Tages in Israel total geschlossen. Selbst Ausländer kommen nicht raus. Der Container-Checkpoint im Osten der Stadt ist nur zeitweise geöffnet, ebenso Durchkommen nur für wenige. Wie gesagt, Bethlehem ist ein großes Gefängnis.
Die Fotos vom Sperrwall zeigen, wie gut man bei Mauerbau der DDR gelernt hat. Fahrstraße - Elektrozaun - Sperrstreifen - Metallzaun zeigen, dass es in kurzer Zeit unmöglich sein wird, Bethlehem irgendwo abseits des Checkpoints verlassen kann. Und das noch nicht einmal die 8 m hohe Mauer, wie sie in Qualkilia und Tulkarem kilometerweit bereits steht. Unglaublich ist, mit welcher Schnelligkeit plötzlich der gigantische Sperr" Zaun" weitergebaut ist. Plötzlich sind weitere hundert Meter fertig gestellt, ist Land enteignet mit den Ölbäumen, müssen Bewohner ihre Häuser verlassen.
 Und wenn heute nachmittag wieder ein schreckliches Attentat in Haifa passiert ist, so ist auch das wieder ein Akt der Verzweiflung gegen die brutale Besetzung der israelischen Armee. Nun bleibt abzuwarten, was sich die israelische Armee in den nächsten Stunden an neuem Druck und neuer Gewalt einfallen läßt.
Gerne dürfen Sie die Fotos für Ihre Homepage verwenden. Die Menschen sollen endlich kapieren, was hier vor sich geht.

 Mit leider keinen erfreulichen Meldungen aus der Geburtsstadt Jesu für heute - P. Rainer

--- Original Message ----- From: Heidi Niggemann Sent: Saturday, January 03, 2004 5:52 PM    Subject: Fwd: Situation in Nablus

Heute wurden in der Altstadt von Nablus drei junge Palästinenser bei
"Zusammenstößen" mit der israelischen Armee getötet, ein weiterer wurde gehirntot erklärt, zahlreiche andere wurden zum Teil schwer verletzt. Einer der Getöteten wurde während des Begräbnisses seines 15jährigen Cousins, dem ersten Opfer des Tages, von einem Scharfschützen erschossen. Nablus und die umliegenden
Flüchtlingslager sind seit über einem Monat ständig unter Ausgangssperre und ständigen Übergriffen der Armee ausgesetzt. Seit der Wiederbesetzung Nablus' im März / April 2002 hat Nablus nur kurze Pausen zwischen immer wieder erneuten Militärinvasionen und lang anhaltenden Ausgangssperren erlebt und selbst in diesen kurzen Phasen ist die Stadt mit ihrer wirtschaftlichen und medizinischen Infrastruktur und ihren Bildungseinrichtungen vom Umland abgeriegelt.

Schrei geliebtes Land! - von Gideon Levy

Am 16. März 2003 wurde die 23-jährige amerikanische Friedensaktivistin Rachel Corrie in Rafah, Okkupiertes Gaza, von einem israelischen Bulldozerfahrer ermordet
Hilferuf und Appell aus Bethlehem, August 2003
-  Hanna J. Nasser, Bürgermeister von Bethlehem

Intifada: Bilanz vom 28.9.2000 – 23. 8.2003

Keine Ärzte für Palästinenser
Schwerwiegende Folgen der "Mauer"

Gesundheitsorganisationen warnen vor den Folgen der Mauer

Über Nacht hinter Mauern  
Der Sicherheitszaun offenbart Israels Willkür
Intifada: Bilanz vom 28.9.2000 – 23. 8.2003
Eine Namensliste der bei dem neuesten Gaza-Angriff getöteten Menschen mit Altersangabe. >>>
Den Höhlenbewohner droht die Vertreibung
Gila Svirsky
Hanan aus Nablus
eine deutsche ISM Mitarbeiterin aus Hamburg berichtet
IWPS Berichte in deutscher Übersetzung
Briefe aus Israel
Ghassan Andoni hat Berichte gesammelt von mehreren Frauen, die auf den Verlust ihres Landes reagieren: Um Adham (die Mutter Adhams), 50, erzählt, dass sie mit ihrem Mann einige Sträucher einpflanzen wolten, als die Armee kam. "Sie haben alles ausgerissen, sogar die Bäume die wir gerade einpflanzten, alles weg, zermalmt und eingeebnet unter den Bulldozern. Wir versuchten, sie zu verhindern und stellten uns vor die Bulldozern, Menschen kamen zusammen auf dem Feld und versuchten zu helfen,... aber am nächsten Tag kamen sie zurück und nahmen alles. jetzt ist unser Land nur ein kleiner Sandhügel, keine Bäume, keine Früchte, überhaupt nichts, alles ist weg. Aber wir werden es wieder bepflanzen, wir werden nie unser Land verlassen, unsere Ehre, auch wenn sie das Land tausendmal ausreißen, werden wir bleiben und wieder pflanzen."

Mirvat Jodah, 45, hat ihre eigene Leidensgeschichte. Dieselbe Geschichte mit denselben Bulldozer des Todes: sie verlor jegliche Hoffnung in der Zerstörung, die zurückblieb. "Mein Mann arbeitet in Israel mehr als 25 Jahre, er investierte alles in dieses Land, alle seine Ersparnisse gingen in das Land, um es zu entwickeln und zu pflegen und jetzt haben wir alles verloren wegen einer Armee, die sich nicht um Leben schert... Was können wir nun tun, können wir das Land wiederbeleben, wird unser Land, nach all den Jahren harter Arbeit, je so schönen und fruchtbar sein wie es mal war.

Rima Abdul-Rahman, 54: "Die ausgerissenen Bäume waren nicht nur die Quelle unseres Lebensunterhalt, unsere Nahrung, ich habe sie groß gezogen wie ich meine Kinder großzog, zwanzig Jahre harter Arbeit, sie wuchsen mit meinen Kindern. Mein Mann starb als meine Kinder sehr jung waren, ich habe das Land alleine bearbeitet, da ich meinen Kindern nicht erlaubt, die Schule zu verlassen, dann kam die Armee und nahm unsere Träume weg."
Quelle: Briefe aus Israel 12.07.04

Schwerkranker verhaftet, ...  gefesselt im Krankenbett
 - Hanna, IWPS

Vergiftete Felder und tote Tiere in der Westbank
 Amnesty International verlangt von Israel eine Untersuchung
Frauen und Kinder in israelischen Gefängnissen
Folter und fehlende medizinische Versorgung
Blockaden und Einschränkungen bestimmen den Alltag in der Westbank

freitag 10.10.03
liebe freunde, liebe schwestern und brüder,

an diesem freitag morgen möchte ich ihnen ganz herzliche grüsse aus bethlehem schicken.es ist kaum zu glauben, nur zu erfahren: bethlehem ist ein grosses gefängnis. es geht weder raus noch rein. die westbank insgesamt ist seit dienstag total abgeriegelt - nicht nur richtung israel, sondern auch innerhalb zwischen den städten und dörfern. seit tagen will ich nach jenin, um einen freund zu besuchen. bis jetzt keine chance. es ist unglaublich, was israel hier an den menschen an terror, gewalt, unterdrückung, menschenverachtung - die palette lässt sich fortsetzen - ausübt. gerade auch die unmöglichkeit, aus bethlehem raus zu kommen, gibt mir andererseits die gelegenheit zu vielen besuchen und gesprächen. aber immer das gleiche thema: die finanziellen reserven sind zu ende, die hoffnung auf eine änderung der situation ist auf dem absoluten nullpunkt, wer nur einen funken möglichkeit sieht, das land zu verlassen richtung europa, usa., ist auf der suche. viele schnitzerfamilen haben mit ihrem restlichen "vermögen" ( bis hin zum verkauf wertsachen usw. ) ihre schnitzereien ins ausland, vorwiegend usa geschickt in der hoffnung, dann auf einem weihnachtsmarkt ein geld zum überleben zu verdienen. ich befürchte, dass das bei vielen nicht gut ausgeht und sie am ende des jahres dann ausser neuen schulden nichts mehr haben.

7.500 christen haben allein Bethlehem in den letzten drei jahren verlassen. es herrscht wirklich untergangsstimmung.

viele junge leute, die z.B. jetzt ihr abitur gemacht haben oder es nächstes jahr machen, wollen nur noch raus. sie halten es einfach nicht mehr aus.

Ohne selbstmordattentate zu rechtfertigen, aber wen wundert es, wenn vor allem junge menschen keinen anderen weg mehr sehen, als ihrem und dem leben unschuldiger ein ende zu setzen (siehe auch den bericht der attentäterin von jenin vom letzten samstag)

 bethlehem erweckt zwar tagsüber den eindruck einer "normalen" stadt. Autos und menschen wie gewohnt. aber ab 19.00 uhr ist kein mensch mehr auf der straße. der fast tägliche besuch in der geburtskirche eher ein trauerspiel - ausser ein paar einheimischen bin ich alleine, hier im shephard 4* hotel. - wo ich wohne - bin ich der einzigste gast. weder gäste im großen restaurant (200 plätze) noch im hotel. ich habe oft den eindruck, dass es beduinen mit ihrem zelt derzeit fast besser geht als denen, die bisher gut situiert waren und ein gutes einkommen hatten. wie sollen z.b. allein die laufenden kosten bezahlt werden, wenn nicht ein schekel am tag eingeht.

Bild- und Linktipps von P. Rainer:
Berichte Reportagen
1
Bilder von der Mauer
Bildersammlung

soweit die traurigen nachrichten für heute, mit vielen grüssen und der dringenden bitte, die menschen, vor allem auch unsere schwestern und brüder auch im gebet
nicht zu vergessen
p. rainer

 

Sie erschraken über sich selbst
Nach Ende ihrer Dienstzeit zeigen israelische Soldaten in einer Ausstellung, wie in Hebron Palästinenser gedemütigt und schikaniert werden. Die Fotos erinnern an die Folterbilder aus dem irakischen Gefängnis Abu Ghraib.
mehr >>>

Palästina, ein Gefängnis ohne Dach
von Waltraud Schauer.
Palästinenser im Libanon

Im Gazastreifen drangen israelische Truppen am heutigen Donnerstagmorgen nach Khan Younis ein. Ein israelischer Kampfhubschrauber zerstörte eine Polizeistation. Dabei wurde ein Palästinenser verletzt. Gleichzeitig stürmten Soldaten mehrere Häuser in Khan Younis, 10 Häuser wurden dem Erdboden gleich gemacht, nachdem die Bewohner gewaltsam herausgetrieben worden waren. Agenturmeldungen zufolge schossen Boote der israelischen Marine Raketen ab. Über die dabei angerichteten Schäden liegen noch keine Erkenntnisse vor. 25.03.04 PGD

Der Gaza-Streifen ist die perfekte Verwirklichung der israelischen Vorstellung von »Separation«. Umstellt mit elektrischen Zäunen und Armeeposten, von der Außenwelt völlig abgeschlossen, ist Gaza zu einem riesigen Gefängnis geworden. Etwa ein Drittel seiner Fläche wurde für 7000 dort lebende israelische Siedler und für Verteidigungsmaßnahmen konfisziert, während mehr als eine Million Palästinenser in den übrigen Gebieten des Gefängnisses eingepfercht sind. Ohne Arbeit und Einkommen, sind 80 Prozent der Bewohner zum Bestreiten ihres Lebensunterhalts auf UNRWA, das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen, oder auf Spenden arabischer Staaten und Hilfsorganisationen angewiesen. Inzwischen gibt es israelische Überlegungen, dort auch Familien von Selbstmordattentätern einzukerkern. Wie ein renommierter israelischer Kommentator schrieb, dient Gaza inzwischen als »die Strafkolonie« Israels, als seine »Teufelsinsel Alcatraz« (Nahum Barnea in Yediot Aharonot vom 21.06.).
Quelle

In den Kulissen der Geisterstadt Hebron

Umziehen, ehe die Mauer kommt
In Jerusalem trennen die israelischen Sperranlagen auch Palästinenser von Palästinensern. Viele, die über eine entsprechende Aufenthaltserlaubnis verfügen, möchten lieber auf der israelischen Seite leben. Denn dort finden sie eher Arbeit -

Ein Besuch in Tulkarem

Der neue Oxfam-Bericht belegt, dass die Regierung Israels bei der Erfüllung ihrer rechtlichen Aufgaben und Pflichten als Besatzungsmacht versagt. Sie tötet Zivilisten und zerstört zudem auch unverzichtbare, für die Zivilbevölkerung lebenswichtige Infrastruktur; auch durch Oxfam errichtete Wassertanks und -leitungen,. Die Oxfam-Untersuchungen zeigen, dass die Schwächsten und Verletzlichsten unter der palästinensischen Bevölkerung mittlerweile völlig vonfremder Hilfe abhängig sind, nachdem sie zuvor alles Verfügbare verkauft haben, um zu überleben. Quelle

Was sie sagt
 Lisa Suhair Majaj

 „In Palästina gibt es keine Schneetage – aber Tage mit militärischer Invasion“
(ISM-Aktivistin beschreibt das Leben der Kinder in Palästina unter israelischer Militärbesatzung)
 

Sie sagte: geht nach draußen zum Spielen,
aber werft keinen Ball in die Nähe von Soldaten.

Wenn ein Jeep vorbeifährt, schaut auf den Boden
Und hebt keine Steine auf – auch nicht fürs Hüpfspiel.

Sie sagte, ärgert die Nachbarn nicht – ihr Sohn wurde letzte Nacht verhaftet.
Hängt die Wäsche auf, macht die Betten, schrubbt die Graffitis von den Wänden,
bevor die Soldaten sie sehen.

Sie sagte: es gibt kein Geld, wenn euch die Schuhe drücken, schneidet sie vorne auf.
Dies haben wir zum Essen – bis morgen gibt es nichts mehr.
Nein, wir haben keine Orangen – sie haben die Bäume abgesägt.Ich weiß nicht warum. Vielleicht haben die Bäume die Panzer bedroht.

Sie sagte: es gibt kein Wasser  - wir baden erst nächste Woche wieder – so Gott will.
Bis dahin spülen wir auch die Toilette nicht.
Geht nicht in die Nähe der Olivenbäume – dort sind Siedler mit Waffen.

Nein, ich weiß nicht, wie wir die Oliven ernten werden Und ich weiß auch nicht, was wir tun werden, wenn sie die Olivenbäume zerstören werden.
Gott wird uns versorgen, wenn er will oder die UNWRA, aber sicher nicht die Amerikaner.

Sie sagte: ihr könnt heute nicht nach draußen gehen, es ist Ausgangssperre.
Geht auch nicht in die Nähe dieser Fenster; hört ihr das Schießen?
Nein, ich weiß nicht, warum die Bulldozer das Haus der Nachbarn zerstörten.
Und wenn Gott es weiß – wird er es uns nicht erzählen.

Sie sagte: heute ist keine Schule. Es gibt wieder eine militärische Invasion.
Nein, ich weiß nicht, wann sie zu Ende sein wird oder ob überhaupt.
Sie sagte: denkt nicht über die Panzer, die Flugzeuge, die Kanonen nach  oder darüber, was den Nachbarn geschehen ist.

Kommt in den Flur. Hier ist es sicherer. Macht die Nachrichten aus, ihr seid zu jung dafür.

Hört zu, ich werde euch eine Geschichte erzählen, damit ihr nicht so erschreckt.
Kan ya ma kan  - es war einmal ein Land, das Palästina hieß – oder gab es dies gar nicht?
Dort spielten Kinder auf den Straßen und  in den Feldern, auch in den Obstgärten -
sie pflückten Aprikosen und Mandeln und machten Girlanden aus Jasmin für ihre Mütter. Und wenn einmal ein Flugzeug über ihre Köpfe flog, schrieen sie fröhlich und winkten.

Kan ya ma kan - haltet euren Kopf  nach unten!

„In Palästina gibt es keine Schneetage – aber Tage mit militärischer Invasion“
(ISM-Aktivistin beschreibt das Leben der Kinder in Palästina unter israelischer Militärbesatzung)

Dieses Gedicht kam beim Kriegsgedichte-Wettbewerb 2004 in die Endrunde.
Lisa Suhair Majaj, eine amerikanische Palästinenserin, die auf Zypern lebt, sie hat Gedichte  in vielen Zeitschriften  ... veröffentlicht.
 (Aus dem Englischen: Ellen Rohlfs)


Palästinenser systematisch ausgehungert

B'tselem-Bericht zu Gaza:
"Ein großes Gefängnis"

Israel hat den Gaza-Streifen derart vom Rest der Welt abgeschnitten, dass es für Palästinenser leichter ist, Verwandte im Gefängnis zu besuchen als im Gaza-Streifen. Zu diesem Ergebnis kommt ein einhundert Seiten starker Bericht der israelischen Menschenrechtsorganisation B'tselem. Der Bericht unter dem Titel "Ein großes Gefängnis" wurde am heutigen Dienstag vorgestellt. Die Strangulation des Gaza-Streifens werde auch nach der "Loslösung" weitergehen, so die Warnung des Berichts. Obwohl Erleichterungen in Bezug auf die Bewegungsfreiheit von den Israelis in Sharm el-Sheikh versprochen worden seien, sei davon bei den Palästinensern im Gaza-Streifen nichts zu spüren.
Als Ergebnis der wirtschaftlichen Belagerung lebten 77 % der Einwohner unter der Armutsgrenze, eine fast doppelt so hohe Zahl wie vor der Intifada. Ca. 23 % der Menschen leben, trotz internationaler Hilfen in "tiefer Armut".
Familien und in einigen Fällen auch Eheleute seien getrennt worden (durch Deportation in den Gaza-Streifen während Ehepartner oder Familienangehörige in der Westbank bleiben mussten).

Über ganze Gruppen würden Beschränkungen verhängt, Prüfungen, ob eine Maßnahme gegen ein Individuum - zum Beispiel aus Sicherheitsgründen - berechtigt ist, finden in der Regel nicht statt. Die meisten der Beschränkungen, denen die palästinensische Bevölkerung im Gaza-Streifen unterworfen ist, sind willkürlich und nach internationalem und israelischem Recht illegal. In einer Presseerklärung, die B'tselem zu dem Bericht herausgab, heißt es wörtlich: "Die Strangulierung des Gaza-Streifens hat sich nach palästinensischen Angriffen auf Zivilisten in Israel und den besetzten Gebieten in den vergangenen Jahren verschärft. Zivilisten anzugreifen ist ein 'Kriegsverbrechen' und nie zu rechtfertigen. Israel sollte, ja es ist sogar verpflichtet, seine Bürger zu schützen. Israels Recht auf Selbstverteidigung erlaubt aber nicht, die Rechte einer ganzen Bevölkerung mit Füßen zu treten. Israel hat erklärt, dass 'die Vollendung der Loslösung die Verantwortung Israels für die Palästinenser im Gaza-Streifen beendet'." Die Autoren des Berichts betonen, dass "das Leiden, das im Bericht beschrieben wird, wahrscheinlich nach der Loslösung nicht zu Ende sein wird, ja dass sich die Lage möglicherweise noch verschlechtern werde. Dafür wird Israel auch weiter dem Gesetz nach Verantwortung tragen." Quelle

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