JERUSALEM, 28. Juni 2005 (WAFA)
– Die Stop-the-Wall-Kampagne machte darauf
aufmerksam, dass Silwan als eine der Jerusalemer
Wohngegenden am stärksten von Judaisierung bedroht sei, sei
es durch fortwährende Siedlerangriffe oder
Häuserbesetzungen.
Stop the Wall
berichtete, dass die israelischen Siedlungen in Silwan
mitten zwischen den Häusern der Leute lägen – nur jeweils
ein kleiner Abstand trenne die einen von den anderen –
dadurch würde deren Aufgabe, nämlich letztendlich das ganze
Wohnviertel in eine Siedlung zu verwandeln, offensichtlich.
Im April 2005 verkündeten
die israelischen Besatzungskräfte (IOF) und die Jerusalemer
Stadtverwaltung ihren Plan, 122 Häuser in den
beiden Gebieten Al Bustan und Wadi Hilwa abzureißen.
Diese Häuserzerstörung ist
Teil eines Besetzungsplanes, der vorsieht, alle Grundstücke,
welche die Altstadt umgeben, zu „evakuieren“ und zu
enteignen – dort, wo sich auf den die Altstadt umgebenden
Hügeln und Bergen Tur Silwan, Abu Tur sowie weitere
Bezirke befinden. Die geplanten Siedlungen sollen
auch Autoparkplätze, Freizeitanlagen und Gewerbegebiete
einschließen.
In Al Bustan sind
88 Häuser unmittelbar vom Abriss bedroht, vier Häuser
sind bereits zerstört worden. Die fortgesetzte
Politik der IOF, Jerusalemiten ins Visier zu nehmen, war
darauf ausgerichtet, es für die Menschen unmöglich zu
machen, eine Unterkunft zu finden und zu bauen. Als Teil des
schleichenden Besatzungsplanes sollten die in der Stadt in
Ghettos lebenden Palästinenser konsequent verarmen,
unterjocht und hinausgedrängt werden.
Fast 1.000 Menschen
werden durch die Besatzungspläne aus ihren Häusern
vertrieben, um die gesamte Anwesenheit der Palästinenser in
diesem Gebiet zu eliminieren und den Weg für die
Siedlungserweiterung frei zu machen.
Siedler werden wie schon
früher weiterhin zahlreiche palästinensische Häuser und
Grundstücke an der westlichen Zufahrt zu Silwan, angrenzend
zur Altstadt, übernehmen.
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Die
Besatzungskräfte IOF ( = Israel Occupation Forces) bauen
gegenwärtig einen Tunnel unter dem Gebiet von Silwan und
haben auch schon mit dem Aufbau einer Siedlung begonnen,
wie man im Hintergrund des Fotos erkennen kann.
(Palestine News Agency,
28.06.2005) |
Im März 2004 besetzten
jüdische Siedler zwei Gebäude, die zusammen zwölf
Wohnungen hatten, zusätzlich zu den Häusern und
Grundstücken, die in den vergangenen Jahren bereits durch
Siedler übernommen worden waren. Ein großer Teil von ihnen
liegt in Wadi Hilwa, das auf Al
Bustan blickt und an die Altstadt grenzt.
Die IOF baut
aktuell in Silwan einen Tunnel (siehe rechts)
und hat schon mit dem Aufbau einer Siedlung
begonnen. Der Fußgängertunnel soll sowohl die
Siedlungserweiterung in dem Gebiet gewährleisten als auch
die Fremdenverkehrsindustrie der Besatzung ankurbeln, indem
er diesen Bezirk näher an die Altstadt heranbringt.
Vorzugsweise in und um die Altstadt herum hat die Besatzung
wiederholt das Graben von Tunneln veranlasst, mit dem Ziel,
zu kontrollieren und zu beschlagnahmen.
Ein Großteil der Zufahrt zu
Silwan wird schon durch die Siedler und deren Siedlung
„City of David“ (= Davidstadt) kontrolliert. Der
Parkplatz als Teil der Siedlung wurde eingerichtet, um den
Siedlern die Anfahrt und das Herumreisen in dem Gebiet und
speziell in Silwan zu erleichtern.
Den Wohnungen in Al Bustan
droht gewaltige Zerstörung. Die Zerstörung der 88 Häuser
würde die größte Abrissaktion in Jerusalem seit der
Besetzung im Jahre 1967 bedeuten.
29.06.2005, Übers. v.
Gabriele Al Dahouk
Mehr Texte
und Bilder bei Stopp the Wall (englisch)
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ICAHD: Rundgang
in Ostjerusalem am 5. Juli
JERUSALEM, 29. Juni 2005 (WAFA)
– Jeff Harper, Koordinator des israelischen Komitees
gegen Hauszerstörungen (ICAHD = Israel Committee
Against House Demolitions) wird
einen Rundgang in Ostjerusalem, der auch Silwan
einschließt, leiten.
In
einer e-mail an WAFA (Palestine News Agency) schrieb
ICAHD, dass Halpers Aktion die Lebensfähigkeit
eines künftigen palästinensischen Staates, die
Schaffung von Arbeitsplätzen in Gaza, die dortige
Evakuierung und die gegenwärtige politische
Situation fokussiere.
„Wir sind besonders erfreut, jene Diplomaten
begrüßen zu dürfen, die erst kürzlich angekommen
sind und von niemandem im israelischen Friedenslager
darüber unterrichtet wurden, wie kritisch Israelis
die gegenwärtige politische Karte lesen und den Weg
nach vorne einschätzen“, schloss ICAHD. - WAFA, Palestine News Agency
30.06.2005, Übers. v. Gabriele Al Dahouk |
16. Juni 2005 - Al-Haq:
Zerstörung von Häusern in
Silwan muss verhindert werden
Die Menschenrechtsorganisation Al-Haq hat
sich in einem offenen Brief an die ausländischen Generalkonsuln
in Jerusalem gewandt und sie aufgefordert, ihren Einfluss
geltend zu machen und die Zerstörung von 88 Häusern in Silwan zu
verhindern. In dem Brief heißt es, dass die Behauptungen der
israelischen Behörden, dass die Häuser ohne Genehmigung gebaut
worden seien, nicht der Wahrheit entsprechen. "Jerusalem ist
eine besetzte Stadt und die Zerstörung und Vernichtung von in
dieser Stadt vorhandenem Privateigentum ist verboten. Die
Zerstörung von solchem Besitz stellt nach Artikel 147 der
Vierten Genfer Konvention eine flagrante Verletzung
internationalen Rechts dar," heißt es wörtlich in dem Brief.
Al-Haq ruft die internationale Gemeinschaft
auf, ihren Verpflichtungen nachzukommen und Israel dringend
aufzufordern, die Menschenrechtsverletzungen durch die Armee zu
beenden. Die internationale Gemeinschaft müsse Maßnahmen
ergreifen um die Häuserzerstörungen zu verhindern, da sonst ca.
1000 Bürgerinnen und Bürger ihr Obdach verlieren würden.
ICAHD: Jerusalemer Stadtverwaltung
beabsichtigt die Zerstörung von 88
Häusern in Ostjerusalem
WAFA Palestine News Agency
JERUSALEM, 24. Mai
2005 (WAFA): Das israelische Komitee
gegen Hauszerstörungen (Israeli
Committee Against House
Demolitions = ICAHD)
berichtete, dass die israelische
Stadtverwaltung von Jerusalem
beabsichtige, im Gebiet el-Bustan
des Dorfes Silwan – Ostjerusalem –
88 Häuser zu zerstören.
In einer
Presseerklärung teilte das ICAHD am
Dienstag mit, dass die
Stadtverwaltung die
Zerstörungsaktion mit dem Codename
„The Cherry in the Crown“ (= Die
Kirsche* in der Krone) belegt
habe.
Einige der Häuser in diesem Gebiet
wurden vor 1967 gebaut, ein anderer
Teil wurde in den Siebzigerjahren
errichtet. Die ersten vier Häuser
haben bereits Abrissbefehle
erhalten.
„Es gab nie ein Amtsgericht, das
entschieden hätte, dass irgendeines
dieser Gebäude illegal oder ohne
Genehmigung gebaut worden wäre.
Demnach werden diese Zerstörungen
gemäß der Bauvorschrift (5) 212 des
israelischen Bau- und Planungsrechts
ausgeführt, die einen Abriss von
Häusern, die von den Gerichten nie
als illegal befunden wurden,
erlaubt."
Das ICAHD forderte
die internationale Gemeinschaft auf,
gegenüber der israelischen Regierung
sowie der Jerusalemer
Stadtverwaltung ihrem Missfallen
über solche Abrisse Ausdruck zu
verleihen, die den Geist, wenn auch
nicht die Buchstaben der Roadmap
verletzten.
ICAHD-Bereichskoordinator Meir
Margalit wird Führungen für
Journalisten und Diplomaten nach
Silwan am Samstag, den 28. Mai, um
16.00 Uhr und am Donnerstag, den 2.
Juni, um 17.00 Uhr abhalten.
*Cherry hat zwei Bedeutungen ... der
Übersetzer hat sich für das Wort
"Kirsche" entschieden.
25.05.2005, Übers. v. Gabriele Al
Dahouk
Sent: Tuesday, June 21, 2005 4:39 PM