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Veränderte
Regierungsbestimmungen …
Amira Hass, haaretz,
26.12.06
Enaya Samara, Hayan und Someida
sind nur drei von Tausenden von
Palästinensern mit ausländischem
Pass, die ungeduldig darauf
warten, dass der Koordinator der
Regierungsaktivitäten die neuen
Regelungen veröffentlicht.
Diese Regelungen, die in
Koordination mit dem
stellvertretenden
Verteidigungsminister Ephraim
Sneh formuliert wurden, wird es
ihnen möglich machen, wieder zu
ihren Familien und Wohnungen in
der Westbank zurückzukehren,
nachdem sie sechs bis 12 Monate
gezwungen worden waren im
Ausland zu bleiben. Mit der
Veränderung soll die erzwungene
Trennung der Familien
verhindert/ aufgehoben werden,
und Tausenden von
Palästinensern, die mit Bürgern
westlicher Länder verheiratet
sind, besonders aus den USA, die
Möglichkeit geben,
zurückzukommen und in der
Westbank zu leben. Es soll eine
Entscheidung von 2006 rückgängig
gemacht werden, die Tausenden
den Zugang zu Westbank
verweigerte.
Am 13. Dezember traf sich der
Koordinator für
Regierungsaktivitäten in den
besetzten Gebieten, Generalmajor
Yussef Mishlav mit Vertretern
der EU, um sie von den
versprochenen Veränderungen zu
informieren. Einige der
Diplomaten gaben die Nachricht
an ihre Landleute weiter. Sneh
bestätigte Haaretz gegenüber,
dass das
Verteidigungsministerium daran
arbeitet, das neue Verfahren zu
erfüllen, das erleichtern und
nicht belasten soll, die Sache
auch nicht komplizierter sondern
einfacher machen soll.“ Er
wollte aber nicht ins Details
gehen, da die Regelungen noch
nicht abgeschlossen worden
seien.
Sobald als Sneh seinen Posten
angenommen hatte, initiierte er
ein treffen mit dem
Innenminister Roni Bar-On, um
mit ihm die Angelegenheit mit
der verweigerten Einreise zu
diskutieren. Bei diesem Treffen
am 13. November wurde
entschieden, dass Vertreter des
Koordinatorbüros an der
Allenby-Brücke und am
Ben-Gurion-Flughafen vertreten
sein sollen. Sie würden dann
nach Rücksprache mit dem
Innenministerium bestimmen, wer
einen Passierschein erhält, um
in die Besetzten Gebiete zu
gelangen.
Aber inzwischen erfuhr Haaretz,
dass das Innenministerium und
das Büro des Koordinators
weiterhin ausländische
Ehepartner von Palästinensern
daran hindern, das Land zu
betreten. Andere erhielten an
den Übergängen einen
Passierschein von einer Woche
oder einem Monat. Außerdem
mussten 105 Personen, alles
Ehepartner und Kinder von
palästinensischen Bewohnern bei
der Zivilen Verwaltung eine
Visumverlängerung beantragen. Am
19. November kamen sie mit dem
Stempel „Letzte Erlaubnis“
zurück. Sneh sagte, das sei ein
„Überbleibsel der früheren Lage“
und dass am 10. Dezember die
Kategorie der „letzten
Erlaubnis“ gestrichen wurde.
Aber inzwischen gab es neue Fälle
von verweigertem Zugang, was
andere enttäuschte und
Andere davon abschreckte, ihre
Visa zu verlängern. Einige
suchten Rechtshilfe.
Es wird keine Strafe für die
geben, die das Gesetz gebrochen
haben und ohne gültiges Visum im
Lande geblieben sind“, sagte
Sneh. Die Politikveränderung
soll nicht bei zehntausenden von
Frauen, die mit Jordaniern
verheiratet sind, aber
palästinensische Bürger sind,
angewandt werden, auch nicht bei
ein paar Hundert
osteuropäischen Ehepartnern von
Palästinensern, die im Ausland
leben, weil ihnen der Zugang
verwehrt worden ist oder bei
denen, die trotz abgelaufenem
Visum in den besetzten Gebieten
geblieben sind.
Die Geschichten von Samar
(US-Bürgerin), Jubeh (Irland)
und Abbas (Schweden) sind in den
letzten Monaten hier erzählt
worden. Sie sind wie ein paar
Hundert andere aus Europa und
Amerika während des letzten
Jahres schwer durch die
veränderten Verfahren betroffen
worden, was die Einreise von
Westlichen in die „Gebiete“
betraf. Viele sind nicht nur mit
palästinensischen Bewohnern
verheiratet, sondern sind selbst
dort (einschließlich Jerusalem)
geboren worden, verloren aber
ihr Wohnrecht auf Grund der
israelischen Politik von vor
1994. Jahrelang war ihnen dann
erlaubt worden, mit
„Touristenvisum“ bei ihren
Familien zu bleiben. Und eine
kleine Anzahl erhielt sogar das
Wohnrecht. Die andern erneuerten
ihr Touristenvisum alle drei
Monate.
Wie im Juli 2006 in Haaretz
berichtet wurde, veränderte die
Regierung anfangs ihre Politik
ohne dies öffentlich zu erklären
oder zuzugeben. Aber an Israels
See- und Landgrenzen wuchs die
Zahl der nicht genehmigten
Grenzübertritte. Manche schätzen
die Zahl auf ein paar
Zig-Tausende von US-Bürgern,
Europäern und Südamerikanern.
Da gibt es keine Statistiken, die
aufzeigen, wie viele in diesem
Jahr nicht zu ihren Familien
zurückkehrten. Viele andere
verließen das Land nicht, um ihr
Visum zu verlängern, weil sie
Angst haben, dass man sie nicht
zurückkehren lässt. Die Folge
davon ist, dass man sie nun als
solche ansieht, die das Gesetz
gebrochen hätten. Unter ihnen
sind viele Ältere, die in den
besetzten Gebieten geboren
wurden. Es sieht so aus, als
hätten viele auf Familienbesuche
und Geschäftsreisen verzichtet,
nachdem sie von der
Politikveränderung gehört haben.
Palästinensische Bürger aus den
USA und Europa, die in Ramallah
leben, haben sich zu einer
Gruppe zusammengeschlossen, die
die Aufmerksamkeit der
Weltmedien auf sich zog, sie
stellen die Verweigerung des
Grenzübertrittes als eine
Diskriminierung zwischen Juden
und Palästinensern dar. Die
US-Außenministerin Condoleezza
Rice drückte ihr Missbehagen
über diese israelische Politik
aus. Das Außenministerium
beklagt sich bei der
israelischen Botschaft in
Washington und Vertreter der EU
haben auch klagen eingereicht.
Sneh sagt, er habe die
Veränderungen nicht wegen des
amerikanischen Druckes
eingeleitet, sondern weil die
Politik „dumm und
kontraproduktiv gegenüber
israelischen Interessen sei“.
Die EU-Vertreter berichteten
ihren Bürgern, dass nach Mishlav
das von Ronnie Bar-On geleitete
Innenministerium die Institution
sei, die entschieden habe,
europäischen und US-Bürgern den
Zugang zu den (besetzten)
Gebieten zu verweigern.
Das Innenministerium aber sagte
zu Haaretz, die
Eintrittserlaubnis für Touristen
( in die besetzten Gebiete) sei
immer im Verantwortungsbereich
des Verteidigungsministerium und
dem Koordinator für
Regierungsaktivitäten in den
(besetzten) Gebieten gewesen und
dass die Entscheidung, den
Zutritt zu verweigern, bei einer
Konferenz des Innen- und des
Verteidigungsministeriums mit
dem Koordinator gemacht wurde.
(dt. Ellen Rohlfs)
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