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"Demokratie und
Zivilgesellschaft in Okziden und Orient
. Eine vergleichende Studie. Das Fallbeispiel Iran"
Verlag für Wissenschaft und Forschung (VWF) Berlin
von: Dr. Behrouz Khosrozadeh
Nach
dem Sieg der iranischen Revolution im Februar 1979 ist die
wissenschaftliche Debatte über die Rolle des Islam und des islamischen
Fundamentalismus im Entwicklungsprozess des islamischen Nahen Osten voll
entbrannt. Der Islam als Ursachenfaktor der Unterentwicklung wird nicht
mehr tabuisiert, sondern unbefangen diskutiert.
Zwei
Indikatoren verliehen dem modernen religiös-politischen Diskurs über den
Islam und dessen Rolle beim Transformationsprozess im islamischen Orient
entscheidende Impulse:
Der Harvard-Politologe Samuel P. Huntington führte den Terminus
„Kultur“ und dessen Unterbegriff „Religion“ in die Disziplin der
internationalen Beziehungen ein und institutionalisierte ihn.
(Huntington: The Clash of Civilizations. Foreign
Affairs, Nr. 3 1993).
Die immer dramatischer werdende sozioökonomische Lage der islamischen
Welt, insbesondere der 22 Staaten der Arabischen Liga (UNO Arab Human
Development Report 2002)
Im Gegensatz zu vielen, in der Tradition von Max Weber stehenden,
westlichen Sozialwissenschaftlern zeigt der Autor auf, dass die Kultur
des Mittleren Ostens zwar auf der Religion des Islam basiert, dass der
Islam aber keinen entscheidenden Moment für die Entwicklung oder
Unterentwicklung darstellt. Entwicklung und Fortschritt haben mit dem
Grad der Dynamik, Offenheit und Elastizität der jeweiligen Länder und
Gesellschaften zu tun. Religion stellt nur ein - wenngleich starkes
Segment in den arabisch-islamischen Ländern dar. Maxime Rodinson
konstatierte vor Jahrzehnten: „Die Ideologie kann die Entwicklung der
Gesellschaft, aus der sie hervorgeht und sie beeinflusst, nicht
blockieren“.
Am Beispiel des Iran gelingt es dem Autor die Wirkungsgrenzen des Islam
aufzuzeigen, indem er die dynamisch-elastische offene iranische
Gesellschaft in den Vordergrund stellt. Die Welt befindet sich in einem
rapiden Prozess des Wandels, so gesehen, kann die islamische Welt mit
1,5 Milliarden Glaubensangehörigen als wichtiger Teil der
Weltgemeinschaft nicht abgeschottet werden. Das Fallbeispiel Iran
wo die Alphabetisierungsrate von ca. 48% (1978) auf etwa 80% (Ende 90er)
anstieg zeigt, dass der Islam, die Veränderungen in der iranischen
Gesellschaft nicht blockieren kann.
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