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Parlamentswahlen im Iran
Irans schwerste innenpolitische Krise seit der totalen Machtübernahme der
Mullahs 1981*
I. Allgemeine Rahmenbedingungen
Dramatischer könnten die Feiern zum 25jährigen
Jubiläum der Islamischen Republik und den Parlamentswahlen am kommenden
20. Februar nicht ausfallen. Ökonomisch rückt das Land näher an den
Abgrund. Laut offiziellen Angaben Teherans leben 40% der Iraner unter
der Armutsgrenze. Die hohe Inflations- und Arbeitslosenquote (nach
offiziellen Angaben jeweils 16% und 17%) begleitet von wachsendem
Drogenkonsum und steigender Prostitution unter den armen jungen
iranischen Frauen - ein Paradoxon des Gottesstaates - beschleunigt den
moralisch-sittlichen Verfall der Islamischen Republik. Der Antrag des
Iran auf WTO (World Trade Organization)-Mitgliedschaft wurde erneut
zurückgewiesen. Auf der sicherheits- und außenpolitischen Ebene sieht es
nicht günstiger aus für den Gottesstaat. Zum ersten Mal in der
neuzeitlichen Geschichte des Iran ist das Land von Nachbarstaaten
umgeben, auf deren Territorien die Truppen des „großen Satans“ (USA)
stationiert sind. Unter intensivem internationalen Druck mussten die
Mullahs die Fortentwicklung ihres Atomprogramms einstellen, für die der
Staat knapp zwei Jahrzehnte viel Zeit und Geld investiert hatte.
Schließlich könnte die Islamische Republik als zentrales Glied der
„Achse des Bösen“ zum nächsten Angriffsziel einer militaristischen
konservativen US-Administration werden. Auch die Natur meinte es nicht
gut mit dem Iran. Ende Dezember bebte die Erde in Bam und das Erdbeben
kostete über 30 000 Iranern das Leben. Ein Erdbeben gleicher Stärke
hatte zwei Wochen zuvor in Kalifornien nur zwei Tote zur Folge! Unter
diesen denkbar ungünstigen Rahmenbedingungen sollen nun am 20. Februar
die Wahlen zum siebten Parlament der Islamischen Republik stattfinden.
II. Hintergrund der Wahlen
Der Beginn der Reformen im Gottesstaat geht auf
die Wahl Mohammad Khatamis zum iranischen Staatspräsidenten zurück. An
jenem Tag „2. Khordad“ (23.Mai 1997) votierten 69% der
stimmenberechtigten Iraner für einen Kandidaten, der keineswegs der
Wunschkandidat des mächtigen religiösen Establishment war. Freiheit, die
Herrschaft des Gesetzes und die Bekämpfung der verfassungswidrig
agierenden Institutionen bildeten die Hauptforderungen des neuen
Hoffnungsträgers, mit denen sich Intellektuelle, Frauen und insbesondere
die Jugendlichen identifizieren konnten. Mit dem überwältigenden Sieg
der Reformer bei den Parlamentswahlen im Februar 2000 fiel eine weitere
wichtige Bastion der Konservativen. Das überraschte konservative Lager -
inoffiziell vom obersten Religionsführer Ayatollah Ali Khamenei
angeführt - reagierte mit der Blockierung der Reformpläne, der
Schließung von Reform orientierten Blättern und der Annullierung der vom
Parlament verabschiedeten Gesetze. So sollen etwa über 80% der vom
Parlament beschlossenen Gesetze in der nun zu Ende gehenden
Legislaturperiode vom Wächterrat zu Fall gebracht worden sein. Doch das
Volk gab dem Präsidenten ein zweites Mal sein Vertrauen. Er gewann auch
die Präsidentschaftswahlen im Jahr 2001 mit deutlichem Vorsprung. Es
wurde immer offensichtlicher, dass die beiden von den Reformern
besetzten Organe – das Präsidentenamt und das Parlament - der
übermächtigen verfassungsmäßig verankerten Macht des Religionsführers,
der die totale Kontrolle über die Justiz, über Militär und
Ordnungskräfte, Wächter- und Expertenrat sowie Funk- und Fernsehen
ausübt, nichts entgegensetzen können. Khatamis geduldiges Insistieren
auf sukzessive Veränderungen, die allein verfassungsrechtlich keine
Aussicht auf Erfolg haben, schadete seine Popolarität immens. Die
Auswirkungen der ungelösten Probleme und die Nichteinlösung der
Reformversprechungen ließen nicht lange auf sich warten. Im Februar 2003
erlitten die Reformer in Folge des kollektiven Boykotts der zweiten
Kommunalwahlen in der islamisch-republikanischen Ära eine vernichtende
Niederlage. In Teheran lag die Wahlbeteiligung bei 11% und im ganzen
Land bei knapp 25% (1999 bei 64%). Khatamis letzte große Rechtsoffensive
wurde ebenfalls vom Wächterrat blockiert. Seine Gesetzesentwürfe, die
eine Beschneidung der Macht des Wächterrates, die Ausweitung der
Machtbefugnisse des Präsidenten und eine spürbare Lockerung des
Pressegesetzes zum Inhalt hatten und allesamt vom Parlament
verabschiedet worden waren, wurden 2003 vom Wächterrat zurückgewiesen.
Es sah aus, als ob der Präsident und sein Reform orientiertes Umfeld
nicht begriffen haben, dass im Rahmen der 1979 verabschiedeten und 1989
geänderten Verfassung keine grundlegenden Reformen möglich sind, solange
die Schlüsselpositionen unter direkter bzw. indirekter Kontrolle einer
Instanz - des Religionsführers - und seiner klerikalen und zivilen
Komplizen stehen, deren Macht faktisch verfassungsrechtlich auf
Lebenszeit gefestigt ist, eine Art „islamische Monarchie“, wie der
Teheraner Parlamentsabgeordnete Mussawi Khoeini hervorhebt. Ein Jahr vor
der zweiten und zugleich letzten Amtsperiode scheint Präsident Khatami
die letzte entscheidende Machtprobe gegen die Konservativen auch zu
verlieren.
III. Parlamentswahlen vom 20. Februar
Die latent vom Religionsführer unterstützten
konservativen Kräfte in Gestalt des Wächterrates sind entschlossen, die
Niederlagen von 1997 und 2000 endgültig korrigieren zu wollen. Der
Wächterrat verweigerte mehr als 3000 Reformkandidaten die Zulassung zur
Wahl. 87 Parlamentarier, darunter Mohammad Reza Khatami, der Bruder des
Präsidenten und Vorsitzender der größten Reformpartei, die
„Partizipationsfront“ (jibhe moscharekat), befinden sich unter den vom
Wächterrat für disqualifiziert erklärten Kandidaten. Die Inlandsexperten
prophezeien, dass durch die ungewöhnliche Offensive des Wächterrates
gegen die Reformkandidaten in 2/3 der Wahlkreise fast nur konservative
Kandidaten antreten werden. Von einem klaren Sieg der Reformgegner bei
der Wahl zum siebten Parlament in der Ära der Islamischen Republik ist
bereits auszugehen. Der Sitzstreik von 123 Abgeordneten im Parlament,
der kollektive Rücktritt von Gouverneuren der 27 Provinzen des Landes
und der Wahlboykott von bedeutenden politisch-studentischen Kräften
haben bislang den Wächterrat wenig beeindrucken können.
Es stellt sich nun folgende Frage: Warum
insistieren dann die Konservativen so vehement auf die Rückeroberung des
Parlaments, wenn dieses von Reformen dominierte Organ keine
grundsätzliche Veränderungen bewirken kann. Tatsächlich haben die
Reformabgeordneten das Parlament zu einem Forum diverser peinlicher
Enthüllungen umgewandelt, welcher die Spitzenfunktionäre des
konservativen Lagers in arge Bedrängnis brachten. Seit einiger Zeit
verkörpert Ali Khamenei die Persönlichkeit , die unter massiver direkter
und indirekter Kritik steht. Wenn nun auch der oberste Religionsführer
nicht mehr vor Attacken gefeit ist, dann könnte das Ende nicht mehr weit
entfernt sein, so denken sich die konservativen Machthaber.
Folgende Fronten stehen sich bei den anstehenden
Parlamentswahlen gegenüber. Somit gilt es, das Parlament
zurückzuerobern.
IV. Parteien und Akteure
1. Das konservative Lager
Dies rekrutiert sich aus den folgendenden
Gruppierungen:
- die rechts-traditionelle „Vereinigung der
Kämpfenden Geistlichkeit (jame-e rouhaniyat-e mobarez / JRM).
- die „Vereinigte Islamische Partei“ (hizbe
motalafe islami)
- die „Gesellschaft der muslimischen Ingenieure“
Aus diesen Strömungen sind Wahllisten
hervorgegangen, deren größte unter der Bezeichnung die „Koalition der
Aufbauenden Kräfte des Islamischen Iran“ (etelaf-e abadgaran-e irane
islami) Kandidaten aufstellt. Diese zählen zu der „treu ergebenen“ und
Anhängern des Religionsführers. Ihr folgt die „Koalition der Diener des
Islamischen Iran (etelaf-e khedmatgozarane irane islami). Es handelt
sich dabei um eine nicht prominente Gruppe von jungen Technokraten um
den früheren Kommandanten der Revolutionsgardisten Mohsen Rezai. Die
dritte Kraft ist die „Partei des Einvernehmens des Islamischen Iran“ (hizbe
wefaqe irane islami), die vom ehemaligen Minister und derzeitigem
Parlamentsabgeordneten Ghafoori Fard geleitet wird. Diese Koalitionen
haben landesweit ihre Wallisten aufgestellt.
2. Das Lager der Reformer
- Die wichtigste Kraft stellt die „Prtizipationsfront“
(jibhe moscharekat) dar, der der Bruder des Präsidenten vorsteht. Die
Partei verfügt landesweit über eine solide Infrastruktur. Die
Partizipationsfront verkündete in ihrem offiziellen aktuellen
Kommunique, die Front werde an den „bestellten und nicht rechtsmäßigen
Wahlen“ nicht teilnehmen.
- Die zweitgrößte Reformkraft bildet die
„Gesellschaft der Kämpfenden Geistlichkeit“ (majma-e rouhaniune mobarez
/ MRM), der Gegenpart zu JRM. Der MRM gehört der Parlamentspräsident
Mehdi Karubi an. Sie nimmt an den Wahlen teil und fordert die Wähler
auf, für die Reformkandidaten zu votieren. Dort, wo sie nicht
aufgestellt sind, sollen die Wähler die unabhängigen Kandidaten wählen,
um somit den Einzug der Konservativen in das Parlament zu verhindern.
- Die andere kürzlich entstandene Reformkoalition,
die ihre Teilnahme bereits bekannt gegeben hat, ist die „Koalition für
den Iran“ (etelaf baraye iran). Auf ihrer Wahlliste stehen einige
Geistlichen der MRM, Mitglieder der „Gesellschaft der Islamischen
Frauen“ und einigen Persönlichkeiten der „Diener des Aufbaus“ (kargozarane
sazandegi) sowie des „Vereins der Islamischen Ingenieure (anjomane
eslamiye mohandesan).
- Die Freiheitsbewegung des Iran (nahzate azadiye
iran), die vom verstorbenen ersten Ministerpräsidenten der Islamischen
Republik Mehdi Bazargan begründet wurde, ist in den letzten zwanzig
Jahren von jeglichen aktiven politischen Aktionen ausgeschlossen worden.
Die Bewegung verfügt landesweit über keine nennenswerte
Mobilisierungspotenziale. Sie rief ebenfalls zum Wahlboykott auf.
- Die wichtige und einzige legale
Studentenorganisation „Büro zur Festigung der Einheit“ (daftare tahkime
wahdat / DTW) rief kürzlich mit samt seiner Zweige ebenfalls zum
Wahlboykott auf: die Erfahrungen des sechsten Parlamentes zeigten, dass
die gewählten Volksvertreter nicht nur zuerst den Filter des
Wächterrates passieren müssen, sondern sie hätten auch keine Chance,
ihre Beschlüsse gegen den Wächterrat und den „Rat zur Feststellung der
Nationalen Interessen des Landes“ auch Feststellungsrat genannt (schoraye
taschkhise maslehat) durchzusetzen. So gesehen, würde sich jeder
Reformer, der sich als Kandidat aufstellen ließe, in den Augen des
enttäuschten Volkes diskreditieren. Die Wahlen vom 20.Februar seien
eine Station, an der viele Fahrgäste (Reformer) aus dem Reformzug
ausstiegen.
- Auch die bekannte „Organisation der
Glaubenskämpfer der Islamischen Revolution“ (sazemane mojahedine
enghelabe eslami) boykotiert die Wahlen. Die Organisation wird vom
Prominenten ehemaligen Spitzenfunktionär der Islamischen Republik Behzad
Nabawi geleitet.
Mehrere kleine Splitterparteien nehmen ebenfalls
an den Wahlen teil, die allerdings keine bedeutende Rolle im siebten
Parlament spielen dürfte.
Die Friedensnobelpreisträgerin Schirin Ebadi sowie
die beiden armenischen Abgeordneten Abrahamian und Davidian haben
ebenfalls ihren Verzicht auf passive und aktiv Teilnahme an den Wahlen
verkündet.
Die geschilderten Wirren überschatteten die Feiern
zum 25jährigen Bestehen der Islamischen Republik. In diesem Chaos lässt
Khatami seine Mitstreiter im Stich. Der 60jährige fordert weiterhin eine
„islamische Demokratie auf der Grundlage der Religion“ und will an den
Wahlen teilnehmen, so wie auch der zu den Reformern zählende
Parlamentspräsident Mehdi Karubi. Und der Reform-Innenminister Mussawi
Lari will die Wahlen durchführen, obschon er konstatierte: „Wir halten
diese Wahlen für nicht rechtsmäßig.“ Dafür haben weder
„Partizipationsfront“ noch das „Büro zur Festigung der Einheit“ samt
deren Zweigen Verständnis. „Dem iranischen Volk werden Sie als ein
stets sympathisch lächelnder Philosoph in Erinnerung bleiben, nicht als
ein mutiger Reformpräsident“, so der „Islamische Studentenverein der
Universität Teheran“.
V. Szenarien des Wahlausgangs
Die Konservativen verfolgen
eine Doppelstrategie. Zum einen versuchen sie, möglichst viele Wähler
vom Urnengang fernzuhalten. Denn bei einer geringen Wahlbeteiligung
würde ihr Sieg besiegelt sein. Zum anderen haben sie keine unbeliebten
prominenten Persönlichkeiten aus eigenen Reihen auf ihren Listen
nominiert, um die Wähler nicht zur Wahl der verbliebenen
Reformkandidaten zu provozieren. Angesicht der weitverbreiteten
Enttäuschung und Apathie unter dem Wahlvolk dürfte diese Rechnung der
konservativen Machthaber aufgehen. Allerdings würde eine zu geringe
Wahlbeteiligung jedoch langfristig die Legitimität des Systems noch
stärker belasten. Hier müssten der Westen und die EU- allen vorn die
Bundesrepublik Deutschland als wichtigster Handelnspartner des Iran -
ihre nahezu ausschließliche Beobachterrolle aufgeben. Die Europäische
Union müsste deutlich machen, dass ein Dialog mit einem Regime, hinter
dem kaum 30% der Bevölkerung steht, nicht akzeptabel und haltbar ist.
VI. Wege aus der Sackgasse
Bereits vor diesen vielleicht schicksalhaften
Tagen konzedierten Teile des Reformlagers, dass mit der bestehenden
Verfassung kein grundlegender Wandel im Bereich des Möglichen liegt und
dass die Reformgegner - allen voran der Religionsführer - sich
eigentlich größtenteils im Rahmen der gültigen Verfassung bewegen. Eine
Revision der Verfassung wird insbesondere von gewichtigen islamischen
Studentenorganisationen, und einigen Parlamentsabgeordneten sowie einer
Vielzahl von iranischen Persönlichkeiten aus verschiedenen Zünften
angestrebt.
Der Ruf nach einem Referendum
über
die heikelsten
Probleme des Landes wird immer lauter. „Unser größtes Problem ist nicht
die Disqualifikation von Reformkandidaten. Unser Problem besteht darin,
dass die entscheidenden Staatsorgane unter der Kontrolle einer Person
stehen und diese eine Veränderung nicht zulässt“, so Ali Akbar Mussawi
Khoeini, Parlamentsabgeordnete aus Teheran. Mehdi Habibi,
Generalsekretär des „Islamischen Studentenvereins der Universität Amir
Kabir“ wird noch deutlicher: “Heute müssen wir gar das Recht haben, die
Islamische Republik wieder zur Disposition zu stellen.“
Doch haben diese bislang nicht erklären können,
wie dieses Ziel rechtlich realisierbar sein könnte. Laut Art. 177 der
iranischen Verfassung muss ein Vorschlag zur Änderung bzw. Ergänzung
der Verfassung vom Religionsführer nach der Beratung mit dem
Feststellungsrat an den Revisionsrat der Verfassung weitergeleitet
werden. Die Beschlüsse dieses Rates müssen von der absoluten Mehrheit
des stimmenberechtigten Volkes bestätigt werden. Der islamische
Charakter des Systems, die Legitimation der Gesetze durch die Scharia
sowie die Ziele der Islamischen Republik und die republikanische
Regierungsform stehen nicht zur Disposition. Unter diesen Umständen
scheint eine Verfassungsänderung zu Gunsten von tiefgreifenden Reformen
unerreichbar. In einer solchen prekären Situation kann nur der aktive
Schulterschluss der Bevölkerung entscheidend helfen. Dafür müssen die
Reformer kräftig werben. Mehr Aufmerksamkeit für die Lage der Frauen,
und der arbeitenden schlecht verdienenden Bevölkerung, für Jugendliche
und Minderheiten kann für die Sympathien einwerben. Die Reformer müssen
entschlossen und einhellig die Ursachen der gesellschaftlichen und
ökonomischen Misere aufklären und deren Urheber auf den Pranger
stellen. Die bisherige Strategie war, auf der Basis der Verfassung einen
Wandel durchzusetzen. Für eine grundlegende gesellschaftspolitische
Transformation sind jedoch nicht nur die traditionellen Medien -
Parteien und Gewerkschaften vonnöten, denen die Reformisten bisher keine
besondere Aufmerksamkeit schenkten - sondern durch Presse, Funk und
Fernsehen und auch das Internet, die in der heutigen modernen Welt gar
die entscheidende Rolle spielen. In westlichen Demokratien sind Presse
und visuelle Medien die eigentlichen Meinungsmacher. Am Sieg der
Iranischen Revolution hatte Ayatollah Khomeini den Löwenanteil. Sein
Triumph über den Schah haben nicht Parteien und Gewerkschaften
ermöglicht sondern unter anderem die Kassetten, auf denen er seine
Botschaften landesweit verbreitete. Eine direkte Konfrontation mit dem
Volk kann auch das islamische Regime nicht überleben. Der Preis für eine
eventuelle gewaltsame Auseinandersetzung wäre jedoch zu hoch. Denn
anderes als der Schah und sein Militär, die sich gegenseitig im Stich
ließen, verfügen die Machthaber in Teheran über die Gunst von mindestens
8 bis 10% der Gesamtbevölkerung, deren waffenfähiger Teil notfalls
bereit ist, im Schiff mit Mann und Maus unterzugehen.
Dr. Behrouz Khosrozadeh, Göttingen 18. Februar
2004
* Die Ayatollahs errangen erst nach der
erzwungenen Amtsenthebung des ersten religiös-liberalen iranischen
Staatspräsidenten Abol Hassan Banisar im Juni 1981 die Alleinherrschaft.
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